Gold: Marke von 4.000 Dollar wackelt
Gold erholte sich leicht nach einem Drei-Monats-Tief; Greatland Resources meldete höhere Förderung als geplant und niedrige Kosten.

- Gold notierte zeitweise unter 4.000 Dollar
- Steigende Zinsen begrenzen die Erholung
- Greatland förderte im September-Quartal mehr Gold
- Greatland-Aktie gewann gut sechs Prozent
Der Goldpreis pendelt um die runde Marke von 4.000 Dollar. Zeitweise rutschte das Edelmetall darunter, am Montagmorgen gelang eine moderate Erholung. Nach einer zweitägigen Verlustserie hatte Gold zuvor ein Drei-Monats-Tief erreicht.
Zinsen bremsen die Erholung
Belastet wird der Preis seit Wochen von steigenden Zinsen. Wetten auf eine weitere Zinserhöhung der Fed begrenzen die Aufwärtsbewegung, zumal Gold keine Zinsen abwirft und mit steigenden Renditen an Attraktivität verliert. Etwas Entlastung kam zuletzt von sinkenden Renditen bei US-Anleihen. Sie bremsten die Erholung des Dollar und stützten damit das Edelmetall.
Käufer halten sich dennoch zurück. Vor den Zentralbankterminen dieser Woche und wichtigen US-Daten bleibt die Vorsicht groß.
Charttechnik: Geduld gefragt
Paul Ciana, technischer Stratege der Bank of America, rechnet damit, dass der Markt noch Zeit braucht, um die vorangegangene Rally zu verarbeiten. Die aktuelle Korrektur läuft seit 38 Wochen. Frühere Anstiege dauerten 121 beziehungsweise 174 Wochen.
Seine Strategie: bei etwa 3.700 Dollar zukaufen und bei 3.500 bis 3.250 Dollar weiter aufstocken. Hält das Tief bei 3.943 Dollar, könnte daraus ein doppelter Boden entstehen. In einem optimistischen Szenario wäre das die Basis für neue Höchststände im Jahr 2027.
Mittelfristig bleiben große Häuser zuversichtlich. UBS erwartet bis September 2027 ein Niveau von 5.400 Dollar. Goldman Sachs hält dieselbe Marke bis Ende 2027 für realistisch.
Minenbetreiber profitieren vom hohen Preis
Wie viel Spielraum der hohe Preis den Produzenten verschafft, zeigt Greatland Resources. Die australische Gold-Kupfer-Minengesellschaft meldete für das September-Quartal mehr Gold als geplant und niedrige Kosten. Die Aktie legte nach der Präsentation gut sechs Prozent zu.
Der durchschnittlich erzielte Goldpreis lag bei 5.980 australischen Dollar je Unze, die Förderkosten bei 2.925 australischen Dollar. Das ergibt eine Marge von mehr als 3.000 australischen Dollar je Unze. Zugleich sichert sich das Unternehmen mit Put-Optionen für 150.000 Unzen nach unten ab.
Für Gold selbst bleibt am Montag die Zone um 3.943 Dollar entscheidend. Fällt sie, rückt Cianas erste Kaufzone bei 3.700 Dollar in den Blick. Hält sie, gewinnt das Szenario eines doppelten Bodens an Gewicht.
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