Gold: Morgan Stanley sieht Boden bei 4.000

Zentralbankkäufe und chinesische Nachfrage stützen Gold, während Morgan Stanley auf Zwölfmonatssicht optimistisch bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Gold verlor im Tagesverlauf 0,6 Prozent
  • Zentralbanken stockten ihre Bestände um 23 Tonnen auf
  • China kaufte davon 20 Tonnen
  • Strategin nennt 4.000 Dollar einen starken Boden

Der Goldpreis hat zuletzt nachgegeben, doch Morgan Stanley bleibt gelassen. Amy Gower, Leiterin der Metall- und Bergbaustrategie der Bank, verweist auf „weiterhin viele Gründe“ für das Edelmetall. Kurzfristig rechnet sie allerdings mit weiteren Schwankungen.

Renditen bremsen, Inflationsdaten wirken nur kurz

Am Mittwoch zeigte sich, wie nervös der Markt auf Makrodaten reagiert. Schwächere US-Inflationsdaten (PCE) trieben Gold zunächst kurzzeitig über 4.200 Dollar. Weniger straffe Töne aus der Fed senkten zudem die Erwartungen an eine Zinserhöhung im Oktober.

Der Schwung verpuffte schnell. Gold gab im Tagesverlauf um 0,6 Prozent nach, denn die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen sprang über 5,64 Prozent. Hohe Renditen belasten das unverzinste Edelmetall, starke Daten zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigung stützten die Widerstandsfähigkeit der US-Konjunktur. Technisch bleibt das Bild laut Marktbeobachtern bärisch, solange der Preis unter wichtigen gleitenden Durchschnitten notiert.

Notenbanken und China als Stütze

Gower setzt auf die physische Nachfrage. Die Zentralbanken stockten im Juli ihre Bestände netto um 23 Tonnen auf, allein China kaufte davon 20 Tonnen. Auch die gesamten chinesischen Goldimporte laufen so stark wie seit 2017 nicht mehr. Die Käufer kommen dabei aus dem Staatssektor ebenso wie von privaten und institutionellen Adressen.

Ein zweiter Faktor sind die Sorgen um die langfristige Tragfähigkeit der Staatsfinanzen. Höhere Renditen schaden Gold zwar zunächst. Sinken sie wegen einer möglichen Intervention am Anleihemarkt wieder, könnte das dem Metall helfen.

Ölpreis als Joker

Als drittes Szenario nennt Gower fallende Ölpreise. Eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran könnte die Energiepreise drücken. Der Inflationsdruck ließe nach, und der Aufwärtsdruck auf Zinsen und Renditen würde schwächer.

Die Marke von 4.000 Dollar je Feinunze bezeichnet die Strategin als „recht starken Boden“. Fällt Gold unter diese Schwelle, wäre ihre These eines stabilen Fundaments zumindest vorerst infrage gestellt. Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt Morgan Stanley dennoch zuversichtlich.

Anzeige

Stand heute, 1. Oktober: Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 1. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Gold: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Gold