Gold: Notenbanken kaufen 289 Tonnen im Q2

Der Goldpreis gab binnen einer Woche 4,4 Prozent nach. Rekordkäufe der Zentralbanken und starke Produzentenzahlen halten den Markt robust.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis verliert 4,4 Prozent
  • Zentralbanken kaufen 289 Tonnen
  • Barrick steigert Nettogewinn um 70 Prozent
  • Analysten nennen höhere Goldpreisziele

Der Goldpreis hat in der vergangenen Woche an Boden verloren, doch die strukturelle Nachfrage bleibt intakt. Zum Wochenschluss notierte die Feinunze bei 4.452,18 US-Dollar, ein Minus von 4,4 Prozent binnen sieben Tagen.

Der Rücksetzer drückte den Kurs auch knapp unter seinen 200-Tage-Durchschnitt, von dem er nun 2,0 Prozent entfernt liegt. Getragen wird der langfristige Trend jedoch weiterhin von den Zentralbanken, die im zweiten Quartal so viel Gold kauften wie in keinem anderen zweiten Quartal zuvor.

Notenbanken kaufen so viel wie nie im zweiten Quartal

Laut Reuters kauften Zentralbanken weltweit im zweiten Quartal netto 289 Tonnen Gold – ein Rekordwert für diesen Zeitraum. Eine begleitende Umfrage ergab, dass 45 Prozent der befragten Institute planen, ihre Bestände binnen zwölf Monaten weiter aufzustocken.

Der World Gold Council bezifferte zudem die weltweiten Nettozuflüsse in physisch besicherte Gold-ETFs für Juli auf 3 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 23 Tonnen. China erhöhte seine Reserven 2026 bislang um 60 Tonnen, Polen stockte um 82 Tonnen auf nunmehr 632 Tonnen auf.

Diese anhaltende offizielle Nachfrage bildet ein Gegengewicht zur jüngsten Kursschwäche, die zuletzt eher von kurzfristigen Zinserwartungen getrieben wurde. Anders als bei spekulativen Positionen im Terminmarkt handelt es sich bei Notenbankkäufen um strategische Entscheidungen mit langem Anlagehorizont – ein Signal, das Marktbeobachter traditionell als stabilisierend für den Goldpreis werten.

Minenbetreiber profitieren von hohen realisierten Preisen

Die hohen Goldpreise schlagen sich bereits in den Zahlen der Produzenten nieder. Barrick Mining meldete für das zweite Quartal eine Produktion von 796.000 Unzen bei einem realisierten Preis von 4.417 US-Dollar je Unze; der bereinigte Nettogewinn kletterte um 70 Prozent auf 1,36 Milliarden US-Dollar.

B2Gold kam im selben Zeitraum auf 203.648 produzierte Unzen und erzielte bei seiner Fekola-Mine einen realisierten Preis von 4.529 US-Dollar. G Mining Ventures verbuchte im ersten Halbjahr einen Umsatzsprung um 30,5 Prozent auf 297,1 Millionen US-Dollar, gestützt auf einen durchschnittlich realisierten Goldpreis von 4.171 US-Dollar.

Parallel dazu treiben kleinere Explorationsunternehmen ihre Projekte voran: Fredonia Mining schloss eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie für das Projekt El Dorado Monserrat in Argentinien ab, das im Schnitt 117.000 Unzen Gold pro Jahr liefern soll. Mayfair Gold aktualisierte seine Ressourcenschätzung für das Fenn-Gib-Projekt in Ontario auf 4,313 Millionen Unzen in der Kategorie „Indicated“.

Analysten sehen weiteres Aufwärtspotenzial

Auch von Analystenseite kamen zuletzt optimistische Signale. Wells Fargo Investment Institute legte am 24. August eine neue Zielspanne für den Goldpreis bis Jahresende auf 4.900 bis 5.100 US-Dollar je Feinunze fest.

J.P. Morgan Global Research prognostizierte am 18. August für das vierte Quartal einen Durchschnittspreis von 6.000 US-Dollar und für 2027 bis zu 6.300 US-Dollar. Die Deutsche Bank nannte am selben Tag ein Jahresendziel von 4.600 US-Dollar.

Ned Davis Research geht angesichts der auf 40 Billionen US-Dollar steigenden US-Staatsverschuldung sogar von einer Fortsetzung des Bullenmarktes mit Verdopplungspotenzial aus. Ob diese ambitionierten Ziele erreicht werden, hängt maßgeblich davon ab, ob die Notenbanken ihr Kauftempo aus dem zweiten Quartal beibehalten – die Umfrageergebnisse des World Gold Council deuten zumindest darauf hin.

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