Gold: Ölpreis diktiert den Takt
Nach einem Plus von mehr als zwei Prozent am Montag gab Gold am Dienstag angesichts von Zinserhöhungswetten einen Teil der Gewinne ab.

- Gold rutscht unter 3.950 Dollar
- Ölpreisrückgang stützte Gold am Montag
- Fed-Zinserhöhungswetten bremsen die Erholung
- 3.870 Dollar bleiben wichtige Unterstützung
Der Goldpreis hängt derzeit an den Rohölnotierungen. Die Erholung vom Wochenstart bröckelt bereits wieder: In der asiatischen Dienstagssitzung rutscht das Metall unter 3.950 Dollar je Unze.
Iran-Signale treiben die Erholung
Am Montag legte Gold um mehr als zwei Prozent zu. Auslöser waren positive Schlagzeilen zu den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran. Die Ölpreise gaben daraufhin deutlich nach.
Der Zusammenhang ist über den Dollar vermittelt. Fallende Energiepreise dämpfen den Inflationsdruck und ziehen den US-Dollar nach unten, der mit Öl positiv korreliert. Ein schwächerer Dollar macht das in Dollar gehandelte Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Am Montagabend notierte das Metall bei 3.954 Dollar, der Weg Richtung 4.000 Dollar schien offen.
Der Anstieg kam nach einer schwachen Phase. Am Freitag hatte Gold mit 3.870 Dollar ein neues Jahrestief markiert, der Oktober endete mit einem Minus von 6,87 Prozent.
Zinserhöhungswetten belasten
Die Erholung hat jedoch Grenzen. Am Dienstag gibt Gold einen Teil der Gewinne wieder ab, getrieben von Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed. Höhere Zinsen verteuern das Halten eines Metalls, das keine laufenden Erträge abwirft.
Neue Konjunkturdaten stützen diese Erwartung. Die Geschäftstätigkeit im US-Produktionssektor lag im Oktober den zehnten Monat in Folge im Kontraktionsbereich, was die Lage der Fed nicht einfacher macht. Zusätzlich blicken die Märkte auf die US-Zwischenwahlen, die für Unsicherheit sorgen.
Die Marke von 3.870 Dollar bleibt damit die zentrale Unterstützung. Fällt Gold darunter, würde ein neues Jahrestief folgen. Gelingt dagegen ein Anstieg über 4.000 Dollar, hätte der Iran-getriebene Ölpreisrückgang das Metall nachhaltiger gestützt als die Zinssorgen es belasten.
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