Gold: Ölpreise treiben die Spannungen?
Zinserwartungen belasten Gold, während Gold Fields einen erneuten Vorstoß bei Northern Star Resources erwägt.

- Spotgold steigt heute um 0,8 Prozent
- Goldfonds verzeichnen Abflüsse von 1,6 Tonnen
- Chinas Goldaufschläge fallen auf null
- Gold Fields erwägt weiteren Übernahmeversuch
Am Rohstoffmarkt ringt der Goldpreis um eine klare Richtung. Gestiegene Ölpreise und festgefahrene Gespräche zwischen den USA und dem Iran halten die geopolitischen Spannungen hoch.
Dieser Preisanstieg beim Rohöl fachte zuletzt die Inflationserwartungen neu an, was die Aussicht auf eine weiterhin straffe Geldpolitik verstärkte. Am Spotmarkt notiert das Edelmetall heute bei 4.206,92 US-Dollar je Feinunze, was einem leichten Tagesplus von 0,8 Prozent entspricht.
Zurückhaltung bei Investoren und ETF-Abflüsse
Die veränderten Erwartungen an den Zinspfad spiegeln sich deutlich in der Positionierung der Marktakteure wider. Wie Daten der US-Derivateaufsicht CFTC für die Woche bis zum 22. September zeigen, fielen die Netto-Longpositionen von Vermögensverwaltern auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli.
Parallel dazu verzeichneten goldunterlegte Indexfonds laut World Gold Council in der vorangegangenen Woche Abflüsse von 1,6 Tonnen.
Laut Reuters verlor Gold im September insgesamt mehr als 5 Prozent. Falkenhafte Fed-Signale belasteten den Goldpreis bereits vor gut einer Woche, seither gab die Notierung um 1,8 Prozent nach. Da Gold keine Zinsen abwirft, erhöhen steigende Renditen festverzinslicher Papiere die Opportunitätskosten für das Halten des Edelmetalls.
Asiatische Nachfrage zeigt geteiltes Bild
Auf den physischen Absatzmärkten in Asien zeigen sich gegenläufige Tendenzen. In China schwächte sich das Kaufinteresse vor der Feiertagswoche vom 1. bis 7. Oktober ab. Reuters berichtete, dass die Aufschläge auf den internationalen Referenzpreis dort bis zum Ende der vergangenen Woche vollständig auf null gefallen waren.
Eine andere Entwicklung zeichnet sich dagegen auf dem indischen Markt ab. StoneX-Analystin Rhona O’Connell verwies am Montag auf die anziehende indische Nachfrage im Vorfeld von Diwali und der anstehenden Hochzeitssaison sowie auf anhaltende Zukäufe der Notenbanken als mögliche stabilisierende Faktoren für das Edelmetall.
Konsolidierung im Bergbausektor
Abseits des unmittelbaren Handelsgeschehens rückt die Konsolidierung unter den Produzenten in den Fokus. Nachdem Northern Star Resources eine unaufgeforderte Offerte über 38,7 Milliarden australische Dollar (27,1 Milliarden US-Dollar) in bar und Aktien zurückgewiesen hatte, zeigte sich die Gegenseite nicht entmutigt: Mike Fraser, CEO von Gold Fields, erklärte heute, dass sein Unternehmen einen weiteren Übernahmeversuch unternehmen könnte.
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