Gold: Reicht Chinas Kaufserie?
Chinas Notenbank und Goldfonds stützen die Nachfrage, doch hohe US-Zinserwartungen und schwächere Schmuckkäufe bremsen den Markt.

- China kaufte im Oktober 830.000 Feinunzen
- Kaufserie der Notenbank dauert 24 Monate
- Gold-ETFs verbuchten 2,7 Milliarden US-Dollar Zuflüsse
- US-Zinserwartungen belasteten den Goldpreis
Chinas Zentralbank hat ihre Goldreserven im Oktober erneut aufgestockt. Die heute von Reuters gemeldeten Käufe stärken die Nachfrageseite des Goldmarkts. Zusammen mit den Zuflüssen in Goldfonds bilden sie ein Gegengewicht zum Zinsdruck aus den USA. Für Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie stark institutionelle Käufer den Markt stützen können.
China kauft seit zwei Jahren
Die People’s Bank of China erhöhte ihre Reserven im Oktober um 830.000 Feinunzen auf 78,3 Millionen Feinunzen. Damit setzte sie ihre Kaufserie den 24. Monat in Folge fort.
Die Kontinuität ist der entscheidende Punkt: Chinas Notenbank bleibt als regelmäßiger Käufer am Markt. Ihre Nachfrage steht zugleich für einen Bereich, der sich zuletzt stärker entwickelte als der Absatz von Schmuck, Barren und Münzen.
Der World Gold Council meldete am Dienstag Nettokäufe von Zentralbanken und anderen offiziellen Institutionen über 321 Tonnen. Das waren 42 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Seit Jahresbeginn erreichten die Käufe 675 Tonnen.
Damit kommt der offiziellen Nachfrage eine wichtige Rolle zu. Die jüngste Aufstockung aus China setzt diesen Kauftrend fort, während sich die Nachfrage in anderen Marktsegmenten schwächer entwickelt.
Auch Goldfonds ziehen Kapital an
Zusätzliche Unterstützung kommt von physisch besicherten Gold-ETFs. Nach Angaben des World Gold Council vom Donnerstag verzeichneten sie im Oktober globale Nettozuflüsse von 2,7 Milliarden US-Dollar. Ihre Bestände stiegen auf 4.275 Tonnen. Europa führte die Zuflüsse an.
Notenbanken und Fonds liefern damit zwei unterschiedliche Nachfrageimpulse. Für die Einordnung ist das wichtig, weil die Entwicklung des Gesamtmarkts weniger einheitlich ausfällt als die anhaltende Kaufserie Chinas.
So sank die weltweite Goldnachfrage einschließlich des außerbörslichen Handels laut dem am Dienstag veröffentlichten Bericht um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Nachfrage nach Barren und Münzen fiel um 19 Prozent, die Schmucknachfrage um 17 Prozent.
Die institutionellen Käufe treffen folglich auf eine schwächere Nachfrage in diesen beiden Bereichen. Das begrenzt die Breite der Unterstützung für Gold.
US-Zinserwartungen bleiben das Gegengewicht
Auf der anderen Seite belasteten gestern die robusten US-Arbeitsmarktdaten den Goldpreis. Laut Reuters stärkten sie die Erwartung länger hoher US-Zinsen. Trotz der Käufe von Notenbanken und Fonds bleibt das Zinsumfeld damit ein wesentlicher Gegenwind.
Gold schloss gestern bei 4.063,65 USD je Feinunze. Der Rückgang zum Wochenschluss zeigt, dass die Nachfrageimpulse den Druck durch die Zinserwartungen bislang nicht vollständig auffangen konnten.
Der nächste Termin ist die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Oktober am 10. November 2026. Diese Daten können die Zinserwartungen erneut beeinflussen. Für Gold sprechen die fortgesetzten Käufe Chinas und die ETF-Zuflüsse; ihre Wirkung auf den Preis hängt zugleich davon ab, wie stark das US-Zinsumfeld dagegenhält.
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