Gold: Rückeroberung der 4.000er-Marke
Gold erholt sich auf 4.071 Dollar, bleibt aber nach schwachem Quartal und Zinsängsten unter Druck.

- Goldpreis steigt auf 4.071 Dollar
- Schwächstes Quartal seit 2013
- US-Arbeitsmarkt belastet Erholung
- Zentralbanken kaufen weiter Gold
Nach dem schwächsten Quartal seit 2013 zeigt Gold wieder Kraft. Das Edelmetall notiert aktuell bei 4.071,50 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von 1,24 Prozent zum Vortag. Noch vor kurzem war der Preis unter die psychologisch wichtige Marke von 4.000 Dollar gerutscht. Mit rund 3.960 Dollar markierte Gold dabei den tiefsten Stand seit acht Monaten.
Die kurze Erholung ändert nichts am größeren Bild. Im zweiten Quartal 2026 verlor Gold rund 14 Prozent. Das war die schwächste Dreimonatsbilanz seit 2013.
US-Arbeitsmarktdaten erhöhen den Druck
Robuste Wirtschaftsdaten aus den USA bremsen die Erholung. Der jüngste JOLTS-Bericht zeigte weiterhin viele offene Stellen. Der US-Arbeitsmarkt bleibt damit angespannt.
Parallel kletterte die Headline-Inflation (PCE) im Jahresvergleich auf 4,1 Prozent. Die Kernrate verharrte bei 3,4 Prozent. Diese Zahlen stützen die Erwartung weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank. An den Terminmärkten taxieren Investoren die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf über 60 Prozent.
Steigende Anleiherenditen machen unverzinstes Gold weniger attraktiv. Genau das erklärt einen Teil des Abwärtsdrucks der vergangenen Wochen.
Zentralbanken stützen trotz Verkaufsdruck
Auf Zentralbankebene bleibt die Nachfrage stabil. China kaufte im April acht Tonnen Gold. Das ist bereits der 18. Monat in Folge mit Nettokäufen der chinesischen Notenbank.
Weltweit kamen die Zentralbanken im ersten Quartal 2026 auf Käufe von 244 Tonnen. Diese strukturelle Nachfrage wirkt der kurzfristigen Verkaufswelle entgegen.
Gleichzeitig belastet die Rhetorik der Fed die Stimmung. Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack erklärte am Dienstag, das aktuelle Zinsniveau bremse die Wirtschaft bisher kaum. Sie warnte, die Zinsen müssten womöglich weiter steigen, um das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Diese Aussage stärkte den Dollar und drückte zusätzlich auf den Goldpreis.
Charttechnik: Erholung mit Grenzen
Der Blick auf die Durchschnittslinien zeigt das Ausmaß der Korrektur. Gold liegt aktuell 8,25 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4.437,64 Dollar. Zum 100-Tage-Durchschnitt bei 4.664,58 Dollar beträgt der Abstand sogar noch mehr.
Der RSI steht bei 37,8 und signalisiert eine schwache, aber noch nicht extrem überverkaufte Lage. Das 52-Wochen-Tief liegt bei 3.901,30 Dollar vom 28. Oktober 2025, aktuell beträgt der Abstand dazu nur 4,36 Prozent. Seit Jahresbeginn steht für Gold ein Minus von 6,23 Prozent zu Buche.
Die Rückkehr über 4.000 Dollar ist ein erstes positives Signal nach Wochen des Abverkaufs. Ob daraus mehr wird, entscheidet sich an den US-Arbeitsmarktdaten, die im weiteren Wochenverlauf anstehen. Bleiben die Zahlen robust, dürfte der Zinsdruck bestehen bleiben und die Erholung schnell wieder ausbremsen.
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