Gold: Ruhige Märkte voraus?
Der Goldpreis steigt trotz eines US-iranischen Waffenstillstands, da hohe Ölpreise die Inflation antreiben und Zinssenkungen der Fed verzögern. Analysten bleiben langfristig optimistisch.

- Gold notiert nahe 4.800 US-Dollar je Unze
- Hohe Ölpreise treiben Inflationserwartungen
- Zinssenkungen der Fed könnten sich verzögern
- Langfristige Analystenziele liegen bei 6.000 Dollar
Frieden drückt den Goldpreis — und Krieg treibt ihn. Was nach Logikfehler klingt, beschreibt die aktuelle Marktlage ziemlich präzise.
Seit dem US-iranischen Waffenstillstand bewegt sich Gold in einem Spannungsfeld, das klassische Safe-Haven-Muster aushebelt. Das Edelmetall notiert nahe 4.800 US-Dollar je Unze und steuert auf den vierten Wochenanstieg in Folge zu — obwohl die geopolitischen Risiken keineswegs verschwunden sind.
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Waffenstillstand mit Haken
US-Präsident Trump erklärte, der Iran habe Bedingungen akzeptiert: kein Atomwaffenprogramm, kostenlose Öllieferungen, Wiedereröffnung der Hormus-Straße. Iranische Offizielle haben das bislang nicht bestätigt. Washington und Teheran erwägen eine Verlängerung des zweiwöchigen Waffenstillstands — eine zweite Verhandlungsrunde zeichnet sich ab.
Das eigentliche Problem: Die Straße bleibt 45 Tage nach ihrer Sperrung durch Irans Revolutionsgarden faktisch blockiert. Der Durchgangsverkehr stockt, die Energiepreise bleiben erhöht.
Genau hier liegt das Dilemma. Hohe Ölpreise treiben die Inflation — und zwingen die Fed zur Zurückhaltung. Chicago-Fed-Präsident Austan Goolsbee warnte, die Notenbank könnte bis 2027 warten müssen, bevor Zinssenkungen möglich werden. Der Markt preist aktuell nur noch eine 31-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in diesem Jahr ein. Für das nicht verzinsliche Gold ist das strukturell belastend.
Wenn gute Nachrichten schlechte sind
Die Waffenstillstandsankündigung trieb Gold zunächst auf den höchsten Stand seit fast drei Wochen. Dann kam der Rückzug. Investoren zweifeln an einer echten Deeskalation — und die Hoffnung auf sinkende Ölpreise hat die Inflationserwartungen stabilisiert. Das weckt Spekulationen, ob die Fed doch noch Spielraum für Zinssenkungen findet. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Gold bewegt sich seit Beginn des Konflikts weitgehend parallel zu Aktien. Einige Anleger mussten Positionen liquidieren, um Verluste anderswo auszugleichen. Das hat die klassische Safe-Haven-Funktion geschwächt.
Fundamentale Unterstützung bleibt
Jenseits der Tagesvolatilität stützen strukturelle Faktoren den Boden. Die Zentralbankkäufe lagen im Januar 2026 mit 5 Tonnen zwar deutlich unter dem Vorjahresdurchschnitt von 27 Tonnen monatlich. Der Käuferkreis wächst aber geografisch: Malaysia und Südkorea haben ihre Reserveaufstockungen wieder aufgenommen.
Das globale Goldangebot stieg 2025 nur um 1 Prozent, während die Minenproduktion auf einen Rekordwert von 3.672 Tonnen kletterte. ETF-Bestände liegen noch deutlich unter früheren Hochs — dort schlummert potenzieller Investitionsbedarf.
Auf Jahressicht steht Gold rund 40 Prozent im Plus. J.P. Morgan sieht den Preis bis Ende 2026 bei 6.300 US-Dollar, die Deutsche Bank bei 6.000 US-Dollar. Ob diese Ziele realistisch bleiben, entscheidet sich maßgeblich in der nächsten Verhandlungsrunde über die Hormus-Straße — und daran, ob daraus ein stabiler Prozess oder ein neuer Konfliktausbruch wird.
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