Gold: Rutsch unter 4.000 Dollar
Gold fällt unter 4.000 Dollar und verzeichnet das schwächste Quartal seit 2013. Steigende US-Zinsen und ein starker Dollar belasten das Edelmetall.

- Gold fällt unter 4.000-Dollar-Marke
- Schwächstes Quartal seit 2013
- Fed-Zinspolitik belastet den Kurs
- Zentralbanken planen Goldzukäufe
Gold durchbricht die wichtige Marke von 4.000 US-Dollar nach unten. Das Edelmetall verbilligt sich weiter. Investoren erlebten im abgelaufenen Juni-Quartal das schwächste Quartalsergebnis seit 2013.
Der Blick auf die Kursentwicklung zeigt einen steilen Abwärtstrend. Auf Sicht von 30 Tagen verlor Gold gut zehn Prozent an Wert. Der Preis nähert sich damit dem Jahrestief bei rund 3.901 US-Dollar. Vom Rekordhoch im Januar ist der Kurs mittlerweile weit entfernt.
Zinsen belasten den Kurs
Die US-Notenbank Fed diktiert aktuell das Geschehen. Entgegen früheren Hoffnungen auf Zinssenkungen signalisiert Fed-Chef Kevin Warsh eine harte Linie. Die Währungshüter planen höhere Zinsen für einen längeren Zeitraum. Hartnäckige Inflationsdaten könnten in diesem Jahr sogar eine weitere Erhöhung erzwingen.
Teure Energie und steigende Halbleiterpreise treiben die Teuerung. Steigende Zinsen machen das unverzinste Gold für Anleger unattraktiver. Parallel dazu stärkt die Geldpolitik den US-Dollar. Das macht das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer.
Exploration auf Rekordtief
Langfristig rücken fundamentale Angebotsdaten in den Fokus. Die Suche nach neuen Goldvorkommen steckt in der Krise. Laut S&P Global sinken die Investitionen in frühe Explorationsprojekte auf einen historischen Tiefstand.
Große Minenbetreiber scheuen das Risiko. Sie erweitern lieber bestehende Anlagen in Regionen wie Nevada. Neue Lagerstätten bleiben unentdeckt. Die Folge: Branchenexperten warnen vor einem langfristigen Versorgungsengpass. Von der ersten Entdeckung bis zur Produktion vergehen oft mehr als zehn Jahre.
Ein ungenutztes Potenzial schlummert in ausgedienten Elektronikgeräten. In Deutschland lagern geschätzt 167 Millionen alte Handys. Diese enthalten laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe etwa eine Tonne Gold. Weltweit wird davon bisher nur ein Bruchteil recycelt.
Zentralbanken stützen den Markt
Während das Angebot stagniert, stützen institutionelle Käufer die Nachfrage. Eine Umfrage des OMFIF unter 74 Zentralbanken liefert ein klares Bild. Etwa 30 Prozent der Institute wollen ihre Goldreserven im kommenden Jahr aufstocken. Sie sichern sich damit gegen geopolitische Risiken ab.
Die kurzfristige Richtung bleibt abhängig von der US-Geldpolitik. Der Markt blickt heute gespannt auf eine angekündigte Rede von Fed-Chef Warsh. Seine Aussagen zur Zinspolitik und die kommenden US-Arbeitsmarktdaten geben kurzfristig den Takt vor. Die geplante Nachfrage der Notenbanken bildet derweil ein langfristiges Fundament für den Goldpreis.
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