Gold: Schweiz sperrt sudanesisches Gold
Zentralbankkäufe stützen den Goldmarkt, während Zinssorgen und das bevorstehende FOMC-Treffen den Preis kurzfristig belasten können.

- Gelegenheitskäufe bremsen jüngste Goldverluste
- Feinunze fällt um 0,8 Prozent
- Zentralbanken kauften im Juli 23 Tonnen
- FOMC berät am 15. und 16. September
Schnäppchenjäger haben den Goldpreis nach jüngsten Verlusten stabilisiert. Am Freitag setzte am Markt laut Reuters eine Welle von Gelegenheitskäufen ein, nachdem robuste US-Inflationsdaten zuvor die Zinssorgen neu angefacht hatten.
Marktteilnehmer stellen sich darauf ein, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins weiter anheben könnte. Zum Start in die neue Handelswoche gibt die Feinunze leicht nach und notiert bei 4.313,78 USD, was einem Tagesminus von 0,8 Prozent entspricht.
Damit hält sich das Edelmetall weiterhin knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4.280,10 USD. Die vergangenen Handelstage waren von spürbarer Nervosität geprägt, da höhere Energiepreise und die Hartnäckigkeit der Teuerung die Hoffnungen auf eine geldpolitische Lockerung dämpften. Da unverzinsliche Anlagen bei steigenden Renditen an Attraktivität verlieren, geriet das Edelmetall wiederholt unter Abgabedruck.
Notenbanken stützen die physische Nachfrage
Trotz der Zinssorgen erhält der Markt fundamentale Rückendeckung von institutioneller Seite. Der World Gold Council meldete für Juli 2026 weltweite Netto-Goldkäufe der Zentralbanken im Umfang von 23 Tonnen. Diese anhaltenden Zukäufe der Währungshüter bilden ein wichtiges Gegengewicht zu den Schwankungen an den Terminmärkten und stützen das allgemeine Preisniveau im langfristigen Vergleich.
Gleichzeitig verengen regulatorische Eingriffe den internationalen Handel mit Barren fragwürdiger Herkunft. Am vergangenen Donnerstag setzte der Schweizer Bundesrat Sanktionen gegen sudanesisches Gold in Kraft.
Der Beschluss umfasst ein vollständiges Verbot von Kauf und Import von Gold mit Ursprung im Sudan sowie Ausfuhrbeschränkungen für Förder- und Verarbeitungsausrüstung in das afrikanische Land. Die Eidgenossenschaft schloss sich damit den Vorgaben der Europäischen Union an, um illegale Finanzströme einzudämmen.
Blick richtet sich auf das FOMC-Treffen
Auf der Angebotsseite meldete der Explorer Kefi Gold and Copper vor einer Woche eine Zwangspause bei seinem Tulu-Kapi-Projekt in Äthiopien. Nach einem tödlichen Sicherheitsvorfall am 4. September wurden sämtliche Entwicklungsarbeiten bis zum Abschluss einer umfassenden Sicherheitsprüfung gestoppt.
Der dominierende Impulsgeber für die kommenden Tage bleibt jedoch die Geldpolitik. Am 15. und 16. September tritt der Offenmarktausschuss der Federal Reserve zusammen. Die Zinsentscheidung sowie der begleitende Zinsausblick dürften die Erwartungen an Realzinsen und den US-Dollar neu justieren und damit die kurzfristige Richtung für den Goldpreis vorgeben.
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