Gold: Spannungen nehmen zu!

Die Aussicht auf ein Ende des US-Iran-Konflikts setzt den Goldpreis unter Abgabedruck. Anleger fokussieren nun die anstehende Fed-Entscheidung.

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Die Kernpunkte:
  • Gold fällt auf Wochensicht um 2,6 Prozent
  • Friedenssignale schwächen sichere Häfen
  • Silber verliert sogar 6,5 Prozent
  • Fed-Zinsentscheidung als nächster Impuls

Der Goldpreis steht unter Druck — aber diesmal nicht wegen wirtschaftlicher Schwäche oder Zinssorgen. Es ist ausgerechnet die Hoffnung auf Frieden, die das Edelmetall belastet.

Am Freitag erholte sich der Preis leicht auf rund 4.745 Dollar, nachdem Berichte über bevorstehende Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die Marktstimmung aufhellten. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Minus von rund 2,6 Prozent — der erste Rücksetzer nach einer längeren Gewinnserie.

Frieden als Belastungsfaktor

Das klingt paradox, folgt aber einer klaren Logik: Der laufende US-Iran-Konflikt hatte die Ölpreise und damit die Inflationserwartungen in die Höhe getrieben. Höhere Inflation bedeutet längere Zinspausen der Notenbanken — und das wiederum stützt Gold als zinsloses Wertaufbewahrungsmittel. Nun, da Friedenssignale die Runde machen, dreht sich dieser Mechanismus um.

Die Aussicht auf eine Öffnung der Straße von Hormus lässt die Ölpreise sinken, Anleiherenditen geben nach, und der klassische Fluchtimpuls in sichere Häfen schwächt sich ab. Silber traf es diese Woche noch härter: Auf Wochensicht verlor das Metall rund 6,5 Prozent.

Technisch angespannt, fundamental in der Schwebe

Aus charttechnischer Sicht bleibt die Lage fragil. Die kurzfristige Unterstützung liegt knapp unter 4.720 Dollar — ein nachhaltiger Rutsch darunter könnte Anschlusskäufe der Bären provozieren. Auf der Oberseite wartet bei rund 4.775 Dollar eine hartnäckige Widerstandszone. Solange der Preis diese Hürde nicht überwindet, dürfte eine Seitwärtsbewegung mit leichter Abwärtstendenz das wahrscheinlichere Szenario bleiben.

In der kommenden Woche rückt die US-Notenbank Fed in den Mittelpunkt. Deren Zinsentscheidung am Mittwoch dürfte den nächsten Impuls liefern — in beide Richtungen. Bleiben die Signale restriktiv, könnte Gold erneut unter Druck geraten. Kommt hingegen ein überraschend taubenhafte Ton aus Washington, wäre der Weg für eine Erholung wieder frei.

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