Gold: SPDR-Fonds zieht 1,19 Milliarden an
Rekordkäufe der Zentralbanken und massive ETF-Zuflüsse stützen den Goldpreis. Die weltweite Nachfrage bleibt trotz hoher Kurse stabil.

- Zentralbanken kaufen Rekordmenge Gold
- SPDR Gold verzeichnet Milliardenzuflüsse
- Goldpreis steigt binnen Monat um 14 Prozent
- Chinas Notenbank akkumuliert seit 21 Monaten
Während der Goldpreis am Mittwoch bei 4.658,41 Dollar je Feinunze notiert, rückt eine strukturelle Entwicklung in den Fokus: Institutionelle Anleger und Notenbanken bauen ihre Goldpositionen in bemerkenswertem Tempo aus.
Der SPDR Gold Shares führte am Dienstag die weltweiten ETF-Zuflüsse mit 1,19 Milliarden Dollar an, das verwaltete Vermögen des Fonds stieg auf 150,9 Milliarden Dollar. Bereits in der Woche bis zum 21. August waren dem Fonds 3,38 Milliarden Dollar zugeflossen.
Diese Dynamik markiert eine Kehrtwende gegenüber dem zweiten Quartal, als ETF-Investoren laut dem World Gold Council noch 45 Tonnen netto abgezogen hatten, vor allem in Nordamerika. Der Umschwung fällt zusammen mit der jüngsten Kursrallye: Der Goldpreis hat in den vergangenen 30 Tagen 14 Prozent zugelegt und liegt seit Jahresbeginn mit 7,9 Prozent im Plus. Auf Zwölfmonatssicht beträgt das Plus 37 Prozent.
Zentralbanken kaufen so viel wie nie zuvor in einem Q2
Parallel zu den ETF-Bewegungen zeigt der aktuelle Gold Demand Trends-Bericht des World Gold Council eine historische Kaufwelle der Notenbanken. Im zweiten Quartal 2026 erwarben Zentralbanken netto 288,9 Tonnen Gold – ein Anstieg von 62 Prozent gegenüber den 177,9 Tonnen im Vorjahresquartal und der stärkste Q2-Wert in der gesamten Datenreihe des Council.
Die Volksbank von China kaufte im selben Zeitraum 33 Tonnen, der größte Einzelquartalskauf seit Ende 2023. Damit setzt die chinesische Notenbank ihre Serie fort, Gold für inzwischen 21 aufeinanderfolgende Monate zu akkumulieren, wie Bloomberg berichtete. Noch offensiver agierte Polen: Mit 51 Tonnen im zweiten Quartal und insgesamt 82 Tonnen im ersten Halbjahr treibt das Land sein selbstgesetztes Ziel von 700 Tonnen voran.
Bemerkenswert ist zudem eine Umfrage des World Gold Council in Zusammenarbeit mit YouGov: 45 Prozent von 74 befragten Zentralbanken gaben an, auf Jahressicht weitere Goldkäufe zu planen – der höchste je in dieser Erhebungsreihe seit 2018 gemessene Wert.
Gesamtnachfrage stabil, Preis auf hohem Niveau
Die weltweite Goldnachfrage inklusive OTC-Geschäften lag im zweiten Quartal bei 1.268,9 Tonnen und damit praktisch auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Der durchschnittliche LBMA-Goldpreis sank im Quartalsvergleich zum Rekordniveau des ersten Quartals um 8 Prozent auf 4.506 Dollar – ein Wert, der inzwischen deutlich unter dem aktuellen Kursniveau liegt.
Auf der Angebotsseite fällt zudem ein Rückgang der COMEX-Lagerbestände auf. Die genehmigten Lagerbestände verringerten sich Anfang Juli um 240.000 Unzen auf 27,12 Millionen Unzen und liegen damit rund 23 Prozent unter dem Stand von Anfang Januar.
Der Goldpreis notiert derzeit 11 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4.191,96 Dollar, was die Stärke der jüngsten Bewegung unterstreicht. Zum 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 Dollar aus Ende Januar fehlen dem Metall dagegen noch 17 Prozent.
Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild: Die fundamentale Nachfrage von Notenbanken und institutionellen Fonds bildet derzeit das Rückgrat der Goldrallye, während geldpolitische und geopolitische Unsicherheiten für zusätzlichen Rückenwind sorgen.
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