Gold: SPDR verliert über 1 Milliarde Dollar
Staatliche Goldkäufe treffen auf massive ETF-Abflüsse. Polen steigt in der Rangliste der größten Goldhalter auf, während institutionelle Anleger Kapital abziehen.

- Polen baut Goldreserven massiv aus
- Institutionelle Anleger verkaufen Goldbestände
- Goldpreis fällt auf 4.151 US-Dollar
- US-Leitzins bleibt bei 3,50 bis 3,75 Prozent
Am Goldmarkt klaffen physische Nachfrage und Anlegerstimmung derzeit weit auseinander. Auf der einen Seite füllen viele Staaten ihre Tresore massiv auf. Auf der anderen Seite ziehen institutionelle Anleger ihr Kapital ab. Polen setzt dabei ein besonders starkes Zeichen und zieht an den Niederlanden vorbei.
Zentralbanken schichten um
Polen baut seine Goldbestände kräftig aus. Das Land überholt damit die Niederlande in der weltweiten Rangliste der größten Goldhalter. Auch China und Usbekistan treten laut dem World Gold Council als große Käufer auf.
Andere Staaten reduzieren ihre Bestände. Russlands Reserven sanken zuletzt auf knapp 2.292 Tonnen. Damit behauptet das Land weltweit den sechsten Platz.
Die Türkei verzeichnet einen Rückgang auf gut 535 Tonnen. Sie belegt nun Rang zwölf der größten Halter. Die Zentralbank in Ankara verkaufte oder verlieh Teile dieser Bestände, um die eigene Währung zu stützen.
Deutschland gab indes 0,8 Tonnen Gold ab. Das Finanzministerium nutzt dieses Material für die jährliche Münzproduktion.
Institutionelle Anleger ziehen sich zurück
Den staatlichen Käufen steht eine massive Verkaufswelle der Profi-Investoren gegenüber. Aus dem weltweit größten Goldfonds flossen massiv Gelder ab. Der SPDR Gold Shares verlor binnen einer Woche über eine Milliarde US-Dollar.
Die Bestände des Fonds sanken auf 1.005 Tonnen. Das ist der tiefste Stand seit Ende September 2025. Ein harter Kontrast. Der Fonds macht damit die kurze Erholung der Vorwochen komplett zunichte.
Spotmarkt unter Druck
Der Spotmarkt reagiert auf die ETF-Abflüsse mit Kursverlusten. Die Feinunze Gold notiert aktuell bei 4.151,90 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesminus von 0,85 Prozent.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 4,37 Prozent. Vom Rekordhoch bei knapp 5.627 US-Dollar im Januar 2026 ist das Edelmetall weit entfernt. Der Kursabstand dorthin beträgt aktuell rund 26 Prozent.
Zinsen lenken den Weg
Für die weitere Preisentwicklung bleibt das makroökonomische Umfeld entscheidend. Im Nahen Osten fahren zwar wieder Tanker durch die Straße von Hormus, die Lage bleibt jedoch angespannt. Der Ölpreis für die Sorte Brent stieg im Zuge dessen leicht auf 72 US-Dollar.
Den Takt am Goldmarkt gibt weiterhin die US-Notenbank vor. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh beließ den Leitzins zuletzt unverändert. Die Spanne verharrt bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Solange dieses Zinsniveau US-Staatsanleihen attraktiv hält, bleibt Gold für institutionelle Investoren ein teurer Hafen. Die ununterbrochenen Käufe der Zentralbanken bilden vorerst die einzige verlässliche Stütze für den Spotpreis.
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