Gold: Sprung über 4.400 Dollar nach schwacher US-Inflation
Gold klettert dank enttäuschender US-Inflationsdaten auf ein Zweimonatshoch. Die Hoffnung auf eine Zinspause der Fed beflügelt die Nachfrage nach dem Edelmetall.

- Goldpreis überschreitet 4.400-Dollar-Marke
- Schwache US-Inflation stützt Edelmetall
- Fed-Zinserhöhungen rücken in Ferne
- Chinas Notenbank kauft weiter Gold
Der Goldpreis knackt die Marke von 4.400 Dollar je Feinunze. Auslöser ist eine schwächer als erwartete US-Inflation im Juli. Sie dämpft die Erwartungen an eine Fed-Zinserhöhung im September. Gold notiert damit nahe einem Zweimonatshoch.
Laut Kitco-Daten lag Gold am Nachmittag New Yorker Zeit bei rund 4.377 Dollar je Unze. Zuvor hatte der Kurs deutlich höher gehandelt. In Indien setzte sich die Rally fort. Berichten zufolge blieb Gold auf dem Weltmarkt fest über 4.450 Dollar je Unze. Der Grund: nachlassende Erwartungen einer Fed-Zinserhöhung.
Inflationsdaten als Kurstreiber
Die Preisbewegung folgt auf eine Serie schwacher US-Konjunktursignale. Investoren bereiteten sich auf die US-Inflationsdaten vor. Sie sollten Aufschluss über den geldpolitischen Kurs der Fed geben. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Das dämpfte Sorgen vor einer unmittelbaren Fed-Zinserhöhung.
Nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht der Vorwoche kam nun das schwächere Inflationsbild hinzu. Investoren senkten daraufhin ihre Erwartungen für eine Zinserhöhung im September. Das stützte die Nachfrage nach Gold.
Ende Juli hatte die US-Notenbank ihren Leitzins bereits unverändert gelassen. Am 29. Juli 2026 beließ die Fed den Leitzins zum fünften Mal in Folge bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Diesmal gab es jedoch drei Gegenstimmen unter Vorsitzendem Kevin Warsh. Drei regionale Fed-Präsidenten stimmten für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte. So viele Gegenstimmen in eine Richtung gab es zuletzt 2016.
Geopolitische Risiken bleiben im Blick
Neben der Geldpolitik bleibt die Lage im Nahen Osten ein wichtiger Faktor für die Goldnachfrage. Geopolitische Unsicherheit bleibt ein zentraler Treiber. Pakistans Verteidigungsminister erklärte, die USA und der Iran seien „nahe an einer Art Vereinbarung“ zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump behauptete dagegen, die USA hätten „volle Kontrolle“ über die Wasserstraße.
Auch anhaltende Notenbankkäufe stützen weiterhin den Goldmarkt. Gold profitiert zudem von starker Investitionsnachfrage. Chinas Zentralbank kaufte im Juli rund 20 Tonnen Gold für ihre Reserven. Im Juni waren es bereits etwa 15 Tonnen. Das ist der größte monatliche Zuwachs seit Oktober 2023.
Ausblick: Volatile Woche voraus
Marktteilnehmer rechnen in den kommenden Tagen mit erhöhter Schwankungsbreite. Dazu zählen wöchentliche ADP-Beschäftigungszahlen, der Verbraucherpreisindex für Juli und der Erzeugerpreisindex für Juli. Hinzu kommen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und vorläufige Inflationserwartungen der University of Michigan für August.
Der Preisanstieg vom Donnerstag zeigt, wie stark der Goldmarkt derzeit auf US-Konjunkturdaten reagiert. Erzeugerpreisindex und Arbeitsmarktdaten liefern noch am selben Tag weitere Kursimpulse. Die nächste Fed-Sitzung im September rückt für Anleger zunehmend in den Fokus.
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