Gold: Trump-Signal entspannt Ölmarkt

Günstigere Energie und niedrigere US-Anleiherenditen stützten Gold; ETFs und Zentralbanken sorgten für zusätzliche Nachfrage.

Die Kernpunkte:
  • Gold legt am Freitag 1,5 Prozent zu
  • Ölpreisrückgang mindert Inflationssorgen
  • Gold-ETFs verzeichnen im Quartal Rekordzuflüsse
  • Notenbanken kaufen im August 39 Tonnen

Sinkende Ölpreise und nachgebende Renditen von US-Staatsanleihen haben dem Goldpreis zum Ende der Handelswoche spürbaren Auftrieb verliehen. Am Freitag kletterte die Feinunze um 1,5 Prozent auf einen Schlusskurs von 4.196,07 US-Dollar und erreichte damit ein neues Wochenhoch.

Ausschlaggebend für die Erholung war eine spürbare Entspannung an den Energiemärkten, die unmittelbare Inflationssorgen dämpfte und den Druck auf die Edelmetallnotierungen verringerte.

Geopolitische Signale nehmen Druck vom Ölmarkt

Auslöser der jüngsten Aufwärtsbewegung waren politische Signale aus Washington. Reuters zufolge trug eine Erklärung von US-Präsident Donald Trump zur Beruhigung der Rohstoffmärkte bei, wonach die Vereinigten Staaten vor den anstehenden Zwischenwahlen im November keinen Angriff auf den Iran planen. Die daraufhin nachgebenden Rohölpreise nahmen dem Markt die Furcht vor kurzfristigen Angebotsschocks im Energiesektor.

Parallel dazu geriet der US-Dollar unter Druck, während die Renditen für US-Staatsanleihen nachgaben. Dies schuf ein günstiges Umfeld für das zinslose Edelmetall. Noch am Mittwoch war Gold auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten gefallen, belastet durch die Befürchtung längerfristig hoher Zinsen. Trotz des jüngsten Anstiegs notiert Gold weiterhin rund 25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 US-Dollar.

Zinserwartungen und Notenbankpolitik im Blick

Trotz der jüngsten Erleichterung bleiben die geldpolitischen Rahmenbedingungen anspruchsvoll. Die Marktteilnehmer wägen die Entlastung an der Energiefront gegen die anhaltenden Zinsrisiken ab.

Daten des Terminmarktdienstes CME FedWatch zeigten zuletzt, dass Händler die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im Oktober auf knapp ein Fünftel taxieren. Für mindestens einen Zinsschritt bis zum Dezember wird die Wahrscheinlichkeit hingegen auf über 80 Prozent geschätzt.

Auch das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung verdeutlichte Uneinigkeit unter den Währungshütern: Während ein Teil der Entscheidungsträger straffere Zinsen zur Abwehr von Preisschocks befürwortet, sehen andere darin ein Mittel gegen eine rein nachfragegetriebene Teuerung.

Neue Klarheit über den geldpolitischen Pfad erhoffen sich Marktbeobachter am 14. Oktober, wenn das U.S. Bureau of Labor Statistics die neuen US-Verbraucherpreisdaten für September vorlegt.

Robuste Nachfrage durch ETFs und Zentralbanken

Fundamental bleibt der Goldmarkt durch anhaltende Käufe abgesichert. Nach Angaben des World Gold Council verzeichneten physisch besicherte Gold-ETFs im September Zuflüsse im Umfang von 10 Milliarden US-Dollar. Im gesamten dritten Quartal erreichten diese Mittelzuflüsse einen Rekordwert von rund 31 Milliarden US-Dollar, wodurch die weltweiten Bestände auf einen Höchststand von 4.256 Tonnen anwuchsen.

Zusätzlichen Rückhalt lieferte die anhaltende Nachfrage der Notenbanken, die im August netto 39 Tonnen Gold erwarben. Angeführt wurden diese Käufe von China, gefolgt von Usbekistan und Polen. Die Kombination aus stabiler physischer Nachfrage und geopolitischen Impulsen stabilisiert den Markt vor den richtungsweisenden Inflationsdaten der kommenden Woche.

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