Gold: Über drei Prozent auf 4.308 Dollar
Gold erreicht dank schwacher US-Arbeitsmarktdaten neue Höchststände. Zentralbanken und ETF-Investoren treiben die Nachfrage, während die Fed über die Zinswende streitet.

- Goldpreis springt über 4.300 Dollar
- ADP-Bericht enttäuscht Erwartungen deutlich
- Fed-Mitglieder uneins über Zinspolitik
- Zentralbanken stocken Goldreserven auf
Ein einziger Arbeitsmarktbericht reicht aus, um Gold auf ein neues Kursniveau zu heben. Am Mittwoch sprang der Preis um über drei Prozent und schloss bei 4.308 US-Dollar. Am Donnerstagmorgen pendelt die Notierung zwischen 4.255 und 4.280 US-Dollar je Feinunze. Der Auslöser: schwache US-Konjunkturdaten, die die Zinserwartungen kippen.
Schwache Jobdaten drücken die Realzinsen
Der ADP-Bericht für Juli zeigte nur 44.000 neue Stellen im Privatsektor. Ökonomen hatten mit 70.000 bis 75.000 gerechnet. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen brachen daraufhin ein.
Das trifft Gold direkt an seiner wichtigsten Stellschraube. Das Edelmetall zahlt keine Zinsen. Sinken die Realrenditen, sinken auch die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold – die Nachfrage steigt.
Der Inflationsausblick bleibt trotzdem kompliziert. Fortschritte bei einem möglichen Deeskalationsabkommen in der Straße von Hormus drücken die Ölpreise. Das könnte den Inflationsdruck dämpfen. Gleichzeitig preisen die Märkte verstärkt ein Ende der restriktiven Fed-Politik ein.
Die Fed ist gespalten
Die US-Notenbank unter Vorsitz von Kevin Warsh steckt in einem echten Dilemma. Bei der Sitzung am 29. Juli stimmte das Gremium mit 9 zu 3 Stimmen für den unveränderten Leitzins von 3,50 bis 3,75 Prozent. Die drei Gegenstimmen forderten eine sofortige Anhebung – die stärkste interne Opposition seit zehn Jahren.
Die schwachen Jobdaten verschärfen diesen Streit. Die hawkishe Minderheit drängt weiter auf Inflationsschutz. Die Abkühlung am Arbeitsmarkt zwingt das Gremium jedoch, eine Lockerung zu prüfen. Diese Unsicherheit stützt Gold als sicheren Hafen.
Zentralbanken kaufen weiter
Neben der Zinsdebatte trägt eine strukturelle Käuferbasis den Goldpreis. Der World Gold Council meldet für das zweite Quartal 2026 Netto-Käufe der Zentralbanken von 288,9 Tonnen. Besonders auffällig: Die Bank von Korea kauft wieder Gold – nach 13 Jahren Pause.
Hinzu kommen anhaltende Zuflüsse in chinesische Gold-ETFs. Die Deutsche Bank hat ihr Kursziel für das vierte Quartal 2026 zwar von 4.800 auf 4.600 US-Dollar gesenkt. Die Analysten bezeichnen die aktuelle Marktphase trotzdem als historisch außergewöhnlich. Ihr faires Wertmodell sieht bis Jahresende sogar rund 4.700 US-Dollar als angemessen an.
Der Blick geht auf Freitag
Trotz des Sprungs über 4.300 US-Dollar bleibt die Schwankungsbreite hoch. Alle Augen richten sich jetzt auf die offiziellen Non-Farm-Payrolls-Daten am Freitag.
Bestätigen sie die Schwäche des ADP-Berichts, könnte aus der aktuellen Erholung ein neuer langfristiger Aufwärtstrend werden. Scheitert Gold dagegen am aktuellen Niveau, droht ein Rückfall in die Konsolidierungszone um 4.200 US-Dollar.
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