Gold: US-Inflationsdaten werden zum Prüfstein

Gold bleibt bei 4.395,85 Dollar je Feinunze nahezu stabil, während US-Inflationsdaten und die Fed-Sitzung den nächsten Kursimpuls liefern sollen.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis nahezu unverändert bei 4.395,85 Dollar
  • Wochensicht zeigt ein Minus von 1,7 Prozent
  • Ölpreise verstärken Inflations- und Zinsängste
  • Fed-Entscheidung am 15. und 16. September

Der Goldpreis notiert am Donnerstag bei 4.395,85 US-Dollar je Feinunze und damit nahezu unverändert zum Vortag. Anleger warten auf neue US-Inflationsdaten, die Aufschluss über den weiteren Zinskurs der Federal Reserve geben sollen. Die Zurückhaltung am Markt spiegelt eine Woche wider, in der widersprüchliche Konjunktursignale den Preis mehrfach in beide Richtungen bewegt haben.

Zinsdebatte bestimmt die Richtung

Auslöser der jüngsten Schwankungen war die Diskussion um das Tempo künftiger Leitzinsschritte. Reuters berichtete, dass starke US-Arbeitsmarktdaten am vergangenen Montag die Erwartungen an einen restriktiveren Fed-Kurs festigten und Gold belasteten.

Am Dienstag drehte das Bild: Ein schwächerer Dollar sowie steigende Ölpreise, die neue Inflationssorgen weckten, trieben den Preis wieder nach oben. Am Mittwoch dämpften erneut steigende Ölpreise die Stimmung, weil sie zugleich als Argument für eine straffere Geldpolitik gelten.

Diese Gemengelage aus Inflationsangst und Zinserwartung ist der eigentliche Treiber der vergangenen Handelstage. Ölpreisanstiege wirken dabei doppelt: Sie nähren einerseits die Sorge vor anhaltend hoher Teuerung, was Gold als Absicherung attraktiver macht. Andererseits verstärken sie die Erwartung, dass die Fed bei ihrer Sitzung am 15. und 16. September die Zinsen anheben könnte – ein Szenario, das zinsloses Gold tendenziell unter Druck setzt.

Fed-Chef Warsh hatte Rally zuvor gebremst

Bereits vor rund einer Woche hatte eine hawkische Rede von Fed-Chef Kevin Warsh den Goldpreis von seinem Drei-Monats-Hoch zurückgedrängt. Seither hat sich der Kurs kaum erholt – die Aussage markierte einen Wendepunkt, von dem aus sich die Debatte um das Fed-Zinstempo bis heute zieht. Staatsschuldensorgen in den USA könnten das Edelmetall mittelfristig dennoch stützen, sollten sie wieder stärker in den Vordergrund rücken.

Ausblick: Inflationsdaten als nächster Prüfstein

Auf Wochensicht liegt der Goldpreis 1,7 Prozent unter dem Niveau von vor sieben Tagen – ein Zeichen dafür, wie stark die Zinsdebatte die Kursbildung derzeit dominiert. Die anstehenden US-Inflationsdaten dürften nun den nächsten Ausschlag liefern: Fallen sie höher als erwartet aus, würde dies die Erwartung einer Fed-Zinserhöhung weiter festigen und Gold belasten.

Enttäuschen die Daten dagegen die Markterwartungen, könnte ein schwächerer Dollar dem Metall erneut Auftrieb geben. Für Anleger bleibt damit die Zinsentscheidung der Fed in der kommenden Woche der zentrale Termin, an dem sich die weitere Richtung entscheidet.

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