Gold: Vertragsverhandlungen ohne Eile

Trotz geopolitischer Spannungen und Rekordkäufen von Zentralbanken bremsen steigende Zinsen den Goldpreis.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis fällt 17 Prozent unter Jahreshoch
  • Zentralbanken kaufen 244 Tonnen im Quartal
  • Asiatische Investmentnachfrage steigt rasant
  • Schmucknachfrage bricht preisbedingt ein

Rekordkäufe von Zentralbanken, explodierende Investmentnachfrage in Asien — und trotzdem gibt der Goldpreis nach. Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, hat eine klare Erklärung: Der Markt kämpft auf zwei Fronten gleichzeitig.

„Project Freedom“ löst keine Spannungen

Am Wochenende kündigte Präsident Trump die Initiative „Project Freedom“ an — ein Militäreinsatz, um Schiffe aus neutralen Ländern sicher durch die Straße von Hormuz zu geleiten. Der Einsatz umfasst Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Flugzeuge, unbemannte Plattformen und rund 15.000 Soldaten.

Entspannung brachte das nicht. Noch am Montag beschoss der Iran mehrere Schiffe in der Straße von Hormuz und setzte einen Ölhafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Brand — zeitgleich mit dem offiziellen Start der Mission. Teheran wertete den US-Einsatz als Verstoß gegen den seit dem 8. April geltenden Waffenstillstand. Der nunmehr zehn Wochen andauernde Konflikt hat die Energiepreise deutlich nach oben getrieben und die Inflationsrisiken verschärft.

Gold notiert aktuell bei rund 4.532 USD — etwa 17 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Januar und seit Jahresbeginn nur knapp im Plus.

Zinsen bremsen den sicheren Hafen

Geopolitische Unsicherheit allein reicht nicht mehr als Preistreiber. Steigende Anleiherenditen und ein robuster US-Dollar wirken als Gegengewicht. Laut CME Group rechnen derzeit knapp 95 Prozent der Marktteilnehmer mit unveränderten US-Zinsen im Juni. Händler haben ihre Zinssenkungserwartungen für dieses Jahr bereits deutlich zurückgeschraubt — manche kalkulieren sogar mit Erhöhungen ab 2027.

Für Gold ist das strukturell ungünstig: Ein längerfristig hohes Zinsniveau erhöht die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls, besonders bei westlichen Investoren.

Zentralbanken und Asien kaufen auf Rekordniveau

Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein anderes Bild. Zentralbanken kauften im ersten Quartal 2026 netto schätzungsweise 244 Tonnen — mehr als im Vorquartal und über dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Polnische Nationalbank stockte ihre Reserven um 31 Tonnen auf 582 Tonnen auf, die Volksbank Chinas erhöhte ihre Bestände auf 2.313 Tonnen.

Die Barren- und Münznachfrage erreichte mit 474 Tonnen das zweithöchste Quartalsniveau aller Zeiten — ein Plus von 42 Prozent. China allein steigerte seine Investmentnachfrage um 67 Prozent auf einen Rekordwert von 207 Tonnen. Indien, Südkorea und Japan zogen ebenfalls an.

Die Schmucknachfrage litt dagegen unter den hohen Preisen: Mengenmäßig brach sie um 23 Prozent ein, wertmäßig blieb sie stabil — ein Zeichen, dass die Bereitschaft zum Kauf grundsätzlich vorhanden ist.

Angebot wächst kaum mit

Die Minenproduktion erreichte für ein erstes Quartal einen neuen Rekord, das Recycling legte trotz hoher Preise nur moderat um 5 Prozent zu. Für 2026 erwartet der World Gold Council moderates Produktionswachstum — mögliche Dieselengpässe in Minen in Ozeanien und Asien könnten diesen Ausblick jedoch trüben.

Strukturell bleibt der Goldmarkt damit eng: Starke Nachfrage trifft auf begrenztes Angebot — nur der kurzfristige Gegenwind aus Zinspolitik und Dollarstärke hält den Preis vorerst in Schach.

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 13. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold