Gold: Vorläufiges Iran-Abkommen drückt Preis

Diplomatische Entspannung und straffere US-Geldpolitik lassen den Goldpreis fallen. Zentralbankkäufe verhindern einen tieferen Einbruch.

Die Kernpunkte:
  • Gold verliert 1,3 Prozent in der Woche
  • Iran-Abkommen senkt geopolitische Risikoprämie
  • Fed signalisiert mögliche weitere Zinserhöhung
  • Zentralbanken kaufen weiterhin große Goldmengen

Der Goldpreis steht unter Druck — und das gleich aus zwei Richtungen. Ein diplomatischer Durchbruch im Nahen Osten und eine härtere US-Geldpolitik entziehen dem Edelmetall seine wichtigsten Stützen. Mit einem Minus von rund 1,3 Prozent auf etwa 4.173 US-Dollar je Feinunze beendet Gold eine schwache Woche.

Iran-Abkommen nimmt Sicherheitsprämie weg

Das vorläufige Interimsabkommen zwischen den USA und dem Iran hat die Lage im Nahen Osten spürbar entspannt. Die Sorgen vor Lieferunterbrechungen in der Straße von Hormus schwinden. Der Ölpreis brach daraufhin ein — und Gold verlor einen Teil seiner Krisenprämie.

Anleger, die Gold als Absicherung gegen eine Iran-Eskalation hielten, schichten ihr Kapital jetzt in den Aktienmarkt um. Zwar verzögerten sich zuletzt Umsetzungsgespräche in der Schweiz. Der Markt bewertet die geopolitischen Risiken aber deutlich niedriger als noch zu Monatsbeginn.

Fed verschärft den Ton

Parallel dazu liefert die US-Notenbank Gegenwind. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh beließ die Fed den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent — signalisierte aber eine härtere Gangart. Etwa die Hälfte der Ratsmitglieder hält eine weitere Zinserhöhung noch 2026 für nötig.

Das trieb den US-Dollar auf ein 13-Monats-Hoch. Ein starker Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums. Hinzu kommt: Gold wirft keine Zinsen ab. Mit steigenden Anleiherenditen wächst der Nachteil gegenüber US-Staatsanleihen.

Zentralbanken als Puffer

Trotz allem bricht der Markt nicht vollständig ein. Zentralbanken kaufen weiter. Im ersten Quartal 2026 erwarben Notenbanken netto rund 244 Tonnen Gold — mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Die People’s Bank of China stockte ihre Reserven im Mai erneut auf.

Diese institutionellen Käufe stützen den Kurs oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar. Spekulative Anleger bauen ihre Positionen dagegen weiter ab. Gold notiert damit fast 26 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Januar bei 5.627 US-Dollar — und der RSI von 35 zeigt, dass der Verkaufsdruck noch nicht erschöpft ist.

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