Gold: Waffenruhe zwischen Washington und Teheran

Die Aussicht auf eine Feuerpause zwischen den USA und dem Iran treibt den Goldpreis auf ein neues Hoch. Anleger setzen auf sinkende Spannungen.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis klettert über 4.070 Dollar
  • Diplomaten verhandeln über zehntägige Waffenruhe
  • Ölpreise und Zinsängste bremsen die Rally
  • Gold-ETF verzeichnet wieder Kapitalzuflüsse

Diplomaten arbeiten an einer Feuerpause zwischen Washington und Teheran. Der Goldpreis reagiert prompt. Am Dienstag steigt das Edelmetall um mehr als ein Prozent auf 4.070 Dollar je Feinunze. Investoren wetten auf eine Entspannung im Nahost-Konflikt – und auf sinkende Inflationsrisiken.

Vermittler suchen den Ausweg aus der Eskalation

Berichten zufolge verhandeln Vermittler über eine mögliche zehntägige Waffenruhe. Das Ziel: sichere Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus. Die Gespräche kommen nicht aus dem Nichts.

US-Angriffe auf Iran laufen bereits im zehnten Tag in Folge. Präsident Donald Trump macht Iran für den Tod dreier US-Soldaten verantwortlich und droht mit Konsequenzen.

Parallel verschärfen iranisch unterstützte Huthi-Milizen die Lage. Sie verhängen ein Seeembargo gegen Saudi-Arabien. Das schürt neue Sorgen um Energielieferungen durchs Rote Meer.

Öl und Zinsen bremsen die Rally

Die Eskalation der vergangenen Wochen hat die Ölpreise auf ein Mehrmonatshoch getrieben. Das schürt Inflationssorgen. Immer mehr US-Notenbanker fordern deshalb, die Zinsen länger hoch zu halten oder sie sogar weiter anzuheben.

Für Gold entsteht daraus ein Spannungsfeld. Geopolitische Risiken stützen die Nachfrage nach dem sicheren Hafen. Steigende Anleiherenditen schmälern gleichzeitig den Reiz des zinslosen Edelmetalls. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verharrt bei rund 4,57 Prozent, der Dollar-Index klettert auf etwa 100,87 Punkte.

ETF-Anleger kehren zögerlich zurück

Beim größten Gold-ETF SPDR Gold Shares dreht der Kapitalfluss ins Positive. Vergangene Woche flossen 446,8 Millionen Dollar in den Fonds. Nach Wochen mit spürbaren Abflüssen ist das ein Signal für zurückkehrendes Kaufinteresse – wenn auch ein fragiles.

Bereits Mitte Juli hatte sich der Trend kurzzeitig gedreht. Damals verzeichnete der GLD einen Nettozufluss von 290,91 Millionen Dollar. Ein stabiler Aufwärtstrend lässt sich daraus aber noch nicht ableiten.

Fed-Sitzung am 29. Juli als nächster Test

Am 29. Juli tagt die US-Notenbank. Der Markt erwartet unveränderte Zinsen. Wegen der steigenden Energiepreise preisen Investoren aber auch die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung noch in diesem Jahr ein.

Gold steckt damit zwischen zwei Kräften fest. Kommt die Waffenruhe zwischen Washington und Teheran zustande, dürfte das die Ölpreise entlasten und den Inflationsdruck dämpfen. Das würde Zinserhöhungswetten bremsen und Gold neuen Auftrieb geben. Scheitert die Annäherung, halten hohe Energiepreise und steigende Anleiherenditen den Goldpreis weiter in Schach.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 22. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold