Gold: Warsh-Debüt sorgt für Nervosität

Gold fällt nach kurzer Erholung. Dollarstärke und steigende Anleiherenditen belasten das Edelmetall vor den ersten Fed-Protokollen unter Kevin Warsh.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis fällt nach kurzer Erholung
  • Starker Dollar und steigende Renditen
  • Erste Fed-Protokolle unter Kevin Warsh
  • Chinesische Zentralbank kauft weiter Gold

Gold zeigt sich am Mittwoch zappelig. Eine kurze Erholung verpuffte schnell. Der Preis fiel erneut, nachdem er kurzzeitig ein Zweiwochenhoch erreicht hatte.

Der Grund für den Rücksetzer: Ein stärkerer Dollar und steigende Renditen bei US-Staatsanleihen setzen das Edelmetall unter Druck. Beide Faktoren machen zinslose Anlagen wie Gold weniger attraktiv.

Fed-Protokolle als nächster Test

Am Abend veröffentlicht die US-Notenbank ihre FOMC-Minuten. Der Markt blickt besonders gespannt darauf, denn es sind die ersten Protokolle unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh.

Warsh sorgte bereits für Aufsehen. Er verzichtete darauf, seine persönliche Zinsprognose im sogenannten Dot Plot offenzulegen. Das ist seit 2012 nicht mehr vorgekommen.

Entsprechend groß ist die Unsicherheit. Investoren hoffen auf klare Signale zur künftigen Geldpolitik. Die Zinsentwicklung entscheidet maßgeblich darüber, wie attraktiv Gold im Vergleich zu verzinsten Anlagen bleibt.

Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht für Juni hatte zuvor bereits Spuren hinterlassen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September sank von 66 auf 50 Prozent. Sinkt diese Wahrscheinlichkeit weiter, könnte das Gold mittelfristig stützen.

Zentralbanken kaufen weiter

Neben der Geldpolitik bleibt ein Faktor stabil: die Nachfrage der Zentralbanken. Chinas Notenbank PBoC kaufte im Juni bereits den 20. Monat in Folge Gold.

Diese anhaltenden Käufe gelten als strukturelle Stütze für den Preis, besonders aus Asien heraus. Hongkong hat zudem ein neues Clearing-System für Gold gestartet. Beobachter werten das als Teil von Pekings Strategie, den globalen Yuan- und Goldhandel zu stärken.

Die kommenden Tage dürften vom Zusammenspiel zweier Kräfte geprägt sein. Nachlassende Zinssorgen könnten Gold stützen, während starker Dollar und hohe Anleiherenditen weiter bremsen. Die FOMC-Minuten am heutigen Abend liefern dazu die ersten handfesten Hinweise.

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