Gold: Warsh hält Zinsen bei 3,75 Prozent

Gold verliert massiv an Wert. Fed-Signale und ein historischer Friedensschluss im Nahen Osten setzen dem Edelmetall schwer zu.

Die Kernpunkte:
  • Fed signalisiert weitere Zinserhöhungen
  • Friedensabkommen im Nahen Osten
  • Gold verliert geopolitische Risikoprämie
  • Dollar steigt auf 13-Monats-Hoch

Der Goldmarkt erlebt einen perfekten Sturm. Zwei fundamentale Säulen des jüngsten Höhenflugs brechen fast zeitgleich weg. Die US-Notenbank signalisiert unerwartet harte Zinsen. Parallel dazu sorgt ein historischer Friedensschluss im Nahen Osten für Erleichterung. Die Folge: Investoren ziehen massiv Kapital aus dem Edelmetall ab.

Risikoprämie löst sich auf

Am heutigen Freitag unterzeichnen die USA und der Iran in der Schweiz ein offizielles Friedensabkommen. Damit öffnet sich die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder. Die Angst vor globalen Lieferengpässen schwindet spürbar.

Für Gold bedeutet das einen herben Verlust. Die geopolitische Risikoprämie der vergangenen Monate verdampft. Anleger schichten ihr Kapital um und investieren in den erstarkenden Aktienmarkt.

Fed überrascht mit Härte

Zusätzlicher Gegenwind kommt direkt aus Washington. Die US-Notenbank unter Kevin Warsh hielt den Leitzins am Mittwoch stabil. Die Spanne liegt weiter bei maximal 3,75 Prozent. Das aktualisierte „Dot Plot“ schockierte den Markt. Die Hälfte der Mitglieder erwartet noch dieses Jahr eine weitere Zinserhöhung.

Die Währungshüter hoben ihre Prognose für das Zinsniveau Ende 2026 auf 3,8 Prozent an. Sie begründen den Schritt mit einer sehr robusten US-Wirtschaft. Ein starker Arbeitsmarkt und positive Industriedaten stützen diese harte Linie. Zinslose Anlagen wie Gold verlieren in diesem Umfeld massiv an Attraktivität.

Dollar drückt Kurs nach unten

Dieser Zinsausblick treibt den US-Dollar auf ein 13-Monats-Hoch. Ein starker Greenback verteuert das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollar-Raums. Die Preiskurve spricht eine klare Sprache. Am Donnerstag schloss Gold bei rund 4.247 US-Dollar.

Auf Monatssicht verbucht das Edelmetall damit ein Minus von über sechs Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei gut 5.626 US-Dollar im Januar hat sich der Kurs mittlerweile fast 25 Prozent entfernt.

Technische Analysten fixieren nun die Unterstützungszone zwischen 4.200 und 4.240 US-Dollar. Bricht diese Marke nachhaltig, droht weiterer Verkaufsdruck. Einzig die globalen Zentralbanken bieten aktuell ein fundamentales Sicherheitsnetz. Sie stockten ihre Goldreserven zuletzt weiter auf und stützen damit den Markt langfristig.

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