Gold: Warsh-Kurs drückt 21 Prozent unter Januar-Hoch
Neuer Fed-Chef Warsh treibt Zinsängste an, während Zentralbanken weiter Gold kaufen und den Kurs stützen.

- Fed-Chef Warsh signalisiert straffere Geldpolitik
- Goldkurs 21 Prozent unter Januar-Höchststand
- Zentralbanken ersetzen US-Anleihen durch Gold
- Arbeitsmarktdaten als nächster Kurstreiber
Kevin Warsh ist neuer Fed-Chef — und der Goldmarkt spürt es sofort. Der hawkishe Kurs des frisch bestätigten Notenbankchefs drückt auf die Stimmung beim Edelmetall, während strukturelle Käufer aus dem Zentralbanksektor dagegen halten.
Warsh schürt Zinsängste
Der US-Senat bestätigte Warsh mit 54 zu 45 Stimmen. Das war eines der knappsten Ergebnisse in der Geschichte der Fed. Seit seinem Amtsantritt am 15. Mai signalisiert er eine härtere Geldpolitik: weniger Transparenz, mehr quantitatives Tightening.
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Die Konsequenz ist klar. Märkte rechnen damit, dass die Zinsen länger hoch bleiben — oder sogar steigen. Für die FOMC-Sitzung am 16. und 17. Juni erwarten Beobachter zwar noch keine Änderung. Die zweite Jahreshälfte aber bleibt unberechenbar. Gold reagierte empfindlich auf diese Signale und gibt seit Wochen nach: Der Kurs liegt rund 21 Prozent unter dem Januarhoch von 5.626,80 Dollar.
Zentralbanken kaufen weiter physisches Gold
Trotz des Gegenwinds gibt es eine strukturelle Stütze. In den Tresoren zahlreicher Zentralbanken hat Gold erstmals seit Jahrzehnten US-Staatsanleihen als wichtigste Reserveanlage verdrängt. China und Polen treiben diesen Trend besonders aktiv voran.
Die polnische Nationalbank erhöhte ihre Bestände zuletzt um 31 Tonnen auf 582 Tonnen. Das langfristige Ziel liegt bei 700 Tonnen. Diese kontinuierliche physische Nachfrage bremst den Verkaufsdruck an den Terminmärkten.
Arbeitsmarktdaten als nächster Prüfstein
Am Donnerstagmorgen notierte Gold zwischen 4.470 und 4.495 Dollar je Feinunze — nach einem Rücksetzer infolge enttäuschender JOLTS-Daten. Der RSI liegt bei knapp 40 und signalisiert damit eine überverkaufte Zone, ohne dass bisher eine klare Gegenbewegung eingesetzt hat.
Hinzu kommt geopolitische Unsicherheit. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran treibt die Nachfrage nach sicheren Häfen und federt den Abwärtsdruck ab. Analysten von Goldman Sachs und der Deutschen Bank sehen trotz der laufenden Korrektur Potenzial für eine Erholung über 5.000 Dollar bis Jahresende. Ob das gelingt, hängt maßgeblich von den US-Arbeitsmarktdaten für Mai ab — sie erscheinen am Freitag.
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