Gold: Wochenverlust trotz Iran-Wende
Goldpreis steigt nach Trumps Abkehr von Iran-Angriffen, verzeichnet aber zweiten Wochenverlust in Folge. Inflation und Zinserwartungen belasten.

- Trump sagt Iran-Angriffe ab
- Goldpreis erholt sich deutlich
- Zweiter Wochenverlust in Folge
- Inflation und Zinsängste belasten
Gold hat eine turbulente Woche hinter sich. Der Preis sackte zwischenzeitlich auf gut 4.024 Dollar je Feinunze — das niedrigste Niveau seit November. Dann kam Trumps Kehrtwende, und das Metall erholte sich deutlich.
Trumps Abkehr von Angriffen treibt Kurs hoch
Am Donnerstagabend blies US-Präsident Donald Trump geplante Angriffe auf den Iran ab. Auf Truth Social schrieb er, Gespräche hätten die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht; alle beteiligten Parteien — darunter die USA, Israel, Saudi-Arabien und eine Reihe weiterer Länder — hätten endgültige Punkte gebilligt. Trump stellte sogar eine Unterzeichnung eines Deals in Aussicht. Der Goldpreis reagierte prompt: Das Edelmetall kletterte auf ein Tageshoch von 4.169,83 Dollar je Feinunze. Am Freitagmorgen legte der aktivste Gold-Future (August-Kontrakt) weiter zu und notierte bei rund 4.215 Dollar.
Trotzdem zeichnet sich der zweite Wochenverlust in Folge ab. Zur Einordnung: Seit Beginn des Konflikts mit dem Iran hat Gold rund 20 Prozent verloren — nachdem das Metall zuvor längere Zeit um die Marke von 4.500 Dollar pendelte.
Inflation und Fed bremsen die Erholung
Das eigentliche Gegengewicht zur Deeskalation liefert die Makrolage. Die US-Erzeugerpreise stiegen im Mai um 6,5 Prozent im Jahresvergleich — stärker als erwartet, und das nach bereits heißen Verbraucherpreisdaten in der Vorwoche. Zinssenkungen durch die Federal Reserve gelten damit als kaum realistisch; Marktbeobachter rechnen eher mit Erhöhungen. Fed-Chef Kevin Warsh gibt nächste Woche beim ersten Zinsentscheid unter seiner Führung einen ersten Ausblick. Höhere Zinsen belasten Gold strukturell, weil das Metall keine laufenden Erträge abwirft.
Parallel dazu erhöhte die EZB gestern den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent — erstmals seit fast drei Jahren. Das CME-FedWatch-Tool zeigt aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 59 Prozent für mindestens eine US-Zinssenkung bis Ende 2026, doch dieser Wert dürfte sich nach den jüngsten Inflationsdaten weiter verschieben.
Am frühen Nachmittag steht noch der Konsumklimaindex der Universität Michigan auf dem Programm. Analysten erwarten eine leichte Erholung von 44,8 auf 46,0 Punkte. Fällt der Wert schwächer aus, könnte das die Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung zumindest kurzfristig wieder beleben — und Gold etwas Rückenwind geben.
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