Gold: Zentralbank-Rückhalt reicht nicht?

Höhere Zinsen belasten laut Goldman Sachs die private Goldnachfrage, während Zentralbankkäufe den Markt weiterhin stützen.

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Die Kernpunkte:
  • 2026-Ziel auf 4.150 Dollar reduziert
  • 2027-Prognose auf 4.800 Dollar gesenkt
  • Zentralbanken kauften 321 Tonnen Gold
  • ETF-Zuflüsse erreichten 211 Tonnen

Goldman Sachs hat am Donnerstag seine Goldpreisziele für beide kommenden Jahresenden gesenkt: für Ende dieses Jahres ebenso wie für Ende des nächsten. Die Begründung trifft den zentralen Konflikt am Goldmarkt: Eine restriktivere US-Geldpolitik bremst nach Einschätzung des Hauses die private Nachfrage. Anhaltende Käufe der Zentralbanken wirken dagegen stützend.

Die Entscheidung verschiebt damit das Gewicht zwischen zwei gegenläufigen Kräften. Für eine Erholung sprechen die Käufe großer institutioneller Nachfrager. Gegen höhere Preise sprechen die Zinserwartungen, solange diese den Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen stützen.

Niedrigere Ziele trotz stützender Zentralbankkäufe

Für das Jahresende 2026 senkte Goldman Sachs die Prognose auf 4.150 US-Dollar je Unze von zuvor 4.650 US-Dollar. Als Grund nannte das Haus die restriktivere Haltung der Federal Reserve und deren bremsende Wirkung auf die private Goldnachfrage.

Die Korrektur betrifft auch den längerfristigen Ausblick. Goldman Sachs bewertet das Umfeld vorsichtiger, berücksichtigt aber weiterhin die Zentralbankkäufe als Stützfaktor. Entscheidend bleibt damit, wie stark die Zinsbelastung die Nachfrage privater Anleger einschränkt.

Für Ende 2027 reduzierte das Haus sein Ziel auf 4.800 US-Dollar von zuvor 5.400 US-Dollar. Auch nach der Senkung liegt die längerfristige Prognose damit über dem Ziel für das Ende dieses Jahres.

Noch am Donnerstag hatten sich diese Einflussfaktoren in die andere Richtung bewegt: Laut Reuters erreichte Gold bei schwächerem Dollar und sinkenden US-Renditen ein Mehrwochenhoch.

Physische Nachfrage setzt ein Gegengewicht

Wie kräftig die Unterstützung durch Zentralbanken ausfällt, verdeutlichte der World Gold Council am Dienstag. Ihre Nettokäufe erreichten im dritten Quartal 321 Tonnen und lagen damit um 42 Prozent über dem Vorjahreswert.

Für Anleger liegt darin ein wichtiges Gegengewicht zur Zinsbelastung. Während die US-Geldpolitik die private Nachfrage bremsen kann, treten Zentralbanken weiterhin als Käufer auf. Goldman Sachs führt gerade diese Käufe als stützenden Faktor für den Goldpreis an.

Hinzu kamen im dritten Quartal 2026 Zuflüsse von 211 Tonnen in goldgedeckte ETFs. Die weltweite Goldnachfrage einschließlich außerbörslicher Geschäfte sank zugleich um 1 Prozent.

Damit stehen kräftige Zuflüsse in einzelne Nachfragebereiche einer insgesamt leicht rückläufigen Nachfrage gegenüber. Für den Goldpreis zählt deshalb sowohl die Beständigkeit dieser Käufe als auch die weitere Entwicklung der US-Zinserwartungen.

Der nächste Termin dafür ist die geplante Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise am 10. November 2026. Der Inflationsbericht kann die Erwartungen zur Fed-Politik und damit Dollar sowie Anleiherenditen beeinflussen.

Eine Entlastung für Gold wäre möglich, sofern die Daten den Erwartungen an eine restriktivere Geldpolitik entgegenwirken. Die gesenkten Goldman-Ziele machen deutlich, wie stark dieser Zinsfaktor trotz anhaltender Zentralbankkäufe auf dem Ausblick lastet.

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