Gold: Zentralbanken kaufen 1.000 Tonnen jährlich

Trotz geopolitischer Spannungen und Fed-Unsicherheit stützen Notenbankkäufe den Goldpreis nachhaltig.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis erreicht 4.000-Dollar-Marke
  • Zentralbanken kaufen Rekordmengen Gold
  • Fed-Politik und Inflation belasten Kurs
  • Nahost-Konflikt treibt Ölpreise an

Der Goldpreis hat die Marke von 4.000 US-Dollar pro Unze zurückerobert. Der Weg dorthin verlief holprig – geopolitische Spannungen und eine unsichere Fed-Politik prägen den Markt. Normalerweise gilt Gold als sicherer Hafen in Kriegszeiten. Diesmal überlagern Inflationssorgen und Zinserwartungen diesen Effekt.

Nahost-Konflikt schürt Inflationssorgen

Die Spannungen im Nahen Osten treiben aktuell die Ölpreise nach oben. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spielt dabei eine zentrale Rolle. Auch die Huthi-Bewegung im Jemen sorgt für Nervosität. Sie droht mit einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien.

Steigende Energiepreise schüren wiederum Inflationssorgen. Das könnte die US-Notenbank Fed zu einer länger straffen Geldpolitik zwingen. Genau das belastet den Goldpreis trotz der Kriegsrisiken.

Zentralbanken als Stütze der Nachfrage

Trotz der kurzfristigen Schwankungen bleibt die strukturelle Nachfrage nach Gold robust. Vor allem Zentralbanken kaufen weiter kräftig zu:

  • Der World Gold Council beziffert die jährlichen Zentralbankkäufe der letzten vier Jahre auf durchschnittlich 1.000 Tonnen. Das ist doppelt so viel wie im Schnitt des vorigen Jahrzehnts.
  • Eine Frühjahrsumfrage des Councils zeigt: 89 Prozent der befragten Zentralbanken erwarten steigende globale Goldreserven in den nächsten zwölf Monaten.
  • Ein Rekordanteil von 45 Prozent der Institute plant, die eigenen Bestände weiter aufzustocken.
  • Chinas Zentralbank erhöhte ihre Reserven im Juni bereits den zwanzigsten Monat in Folge.

Die Käufe dienen den Notenbanken vor allem als Absicherung gegen wirtschaftliche Unsicherheit. Außerdem streuen sie damit ihre Reserven breiter.

Fed-Politik bestimmt die kurzfristige Richtung

Die Geldpolitik der Fed entscheidet maßgeblich über die Attraktivität von Gold. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold. Das Edelmetall wirft schließlich keine Zinsen ab. Zinstragende Anlagen wirken im Vergleich dazu attraktiver.

Der Markt erwartet, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Sitzung Ende Juli unverändert lässt. Wegen der steigenden Energiepreise preisen Anleger aber mindestens eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr ein.

Ein überraschend niedriger US-Verbraucherpreisindex Mitte Juli hatte den Goldpreis zunächst nach oben schnellen lassen. Er dämpfte die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen. Die erneute Eskalation im US-Iran-Konflikt bremste die Rallye jedoch wieder aus. Auch die Warnung eines Fed-Vertreters vor voreiligen Schlüssen wirkte dämpfend.

Aktuell schwankt der Goldpreis um die Marke von 4.000 US-Dollar pro Unze. Manche Experten sehen darin eine wichtige Unterstützungszone für eine mögliche Erholung. Der Markt bleibt dennoch vorsichtig. Geopolitische Risiken und geldpolitische Unsicherheit sorgen weiter für Nervosität am Goldmarkt. Diplomatische Fortschritte im Nahen Osten und neue US-Wirtschaftsdaten dürften die nächste Richtung vorgeben.

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