Gold: Zinsangst bremst Iran-Rally
Geopolitische Spannungen treiben Gold, doch steigende Zinserwartungen bremsen den Anstieg. Der Preis pendelt um 4.100 Dollar.

- Goldpreis schwankt um 4.100 Dollar
- Iran-Krise als Kurstreiber
- Zinserhöhungsängste dämpfen Rally
- Silber und Platin ebenfalls unter Druck
Kaum flackert die Iran-Krise auf, schon rechnen Händler wieder mit einer strafferen Fed – und Gold steckt mitten in diesem Widerspruch fest. Der Goldpreis pendelt seit Tagen um die Marke von 4.100 Dollar, kann sich aber trotz eskalierender Nahost-Spannungen nicht nachhaltig nach oben absetzen.
Sicherer Hafen trifft auf Zinssorgen
Am Donnerstag hatte der Goldpreis noch kräftig zugelegt, nachdem Präsident Trump erklärt hatte, Iran habe sich gemeldet und wolle eine Einigung. Die Comex-Futures sprangen daraufhin um gut ein Prozent auf über 4.130 Dollar je Feinunze – eine Erholung vom Wochentief, nachdem die USA und Iran zuvor Angriffe ausgetauscht hatten, die schwerste Eskalation seit dem im Juni geschlossenen Interimsabkommen.
Am Freitagmorgen kippte die Stimmung wieder leicht. Der aktivste Terminkontrakt gab auf rund 4.123 Dollar nach, während der Spotpreis bei etwa 4.125 Dollar verharrte. Auf Wochensicht steht damit ein Minus von etwa 1,6 Prozent zu Buche – trotz der geopolitischen Nervosität.
Der Grund liegt im Zinsausblick. Steigende Ölpreise durch die Nahost-Spannungen schüren Inflationssorgen, und das drückt die Zinserwartungen nach oben. Laut CME-FedWatch-Tool sehen die Märkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent für eine Zinserhöhung im September – vor einer Woche lag dieser Wert noch bei rund 54 Prozent. Höhere Zinsen verteuern die Opportunitätskosten für das zinslose Gold, was den safe-haven-Effekt der Iran-Krise teilweise neutralisiert.
Auch bei anderen Edelmetallen zeigt sich das Bild gespalten. Silber legte am Donnerstag um knapp 3,7 Prozent zu, notiert aber auf Wochensicht dennoch gut 4 Prozent im Minus. Platin gab die Woche über rund 0,4 Prozent nach, trotz eines Freitagsplus.
Für den weiteren Verlauf dürfte der Commitments-of-Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC am Freitagabend Aufschluss über die Positionierung der Terminspekulanten geben. Vor einer Woche hatte der Bericht einen deutlich gestiegenen Optimismus unter großen wie kleinen Marktteilnehmern gezeigt – ob sich dieser Trend angesichts der jüngsten Zins-Neubewertung fortsetzt, dürfte die nächste Kursrichtung mitbestimmen.
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