Gold: Zinsangst trifft Zentralbankkäufer
US-Inflationsdaten erhöhen die Zinserwartungen für Dezember, während Zentralbanken im September 63 Tonnen Gold erwarben.

- Goldpreis am Donnerstag rund ein Prozent niedriger
- Fed-Zinserhöhung im Dezember bleibt offen
- Notenbanken kauften im September 63 Tonnen
- 4.000 Dollar gelten als wichtige Unterstützung
Der Goldpreis gibt am Donnerstag um rund ein Prozent nach. Die jüngsten US-Inflationsdaten stärken die Erwartung, dass die Federal Reserve im Dezember die Zinsen anhebt. Gleichzeitig kaufen die Notenbanken weiter zu, und die Marke von 4.000 Dollar rückt in den Blick.
Fed-Erwartungen belasten den Preis
Die US-Notenbank hatte die Zinsen im Oktober unverändert gelassen. Eine Erhöhung im Dezember hielt sie sich allerdings klar offen. Die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) bekräftigen diese Lesart nun. Höhere Zinsen machen Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, im Vergleich zu verzinsten Anlagen weniger attraktiv.
Schon in der ersten Tageshälfte notierte das Edelmetall nahe dem Tagestief bei rund 4.030 Dollar je Unze. Der US-Dollar hatte sich zuvor nach der Fed-Sitzung stabilisiert. Das verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums und dämpft die Nachfrage zusätzlich.
Zentralbanken kaufen die Schwäche
Die Notenbanken stützen den Markt weiter. Nach vorläufigen Daten des World Gold Council erwarben sie im September zusammen 63 Tonnen, nach 39 Tonnen im August. Die chinesische Notenbank führte die Käuferliste an, seit Jahresbeginn kommt sie auf 109 Tonnen. Auch Polen stockte seine Reserven um knapp 25 Tonnen auf.
Geopolitisch bleibt die Lage angespannt. Iranische Streitkräfte griffen in der Straße von Hormus Tanker an, Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran blieben bislang ohne Ergebnis. Die US-Regierung wies zuletzt Botschaftsangehörige zur Ausreise an. Marktbeobachter halten daher neue Spannungen für möglich, was die Rolle von Gold als sicherer Hafen stärken könnte.
Die 4.000-Dollar-Marke im Blick
Technisch kommt es auf das runde Niveau an. Die Zone um 4.000 Dollar diente bereits im Juli als Unterstützung und hat sich zuletzt erneut als Auffangbereich erwiesen. Verteidigen die Käufer diese Marke, könnte die übergeordnete Aufwärtsbewegung wieder Fahrt aufnehmen. Fällt sie, rückt der Bereich um 3.900 Dollar in den Blick, der als nächste Absicherungsmarke gilt.
Der nächste Impuls kommt von der Fed: Die Entscheidung im Dezember dürfte zeigen, ob die Zinserhöhung tatsächlich ansteht und wie lange der Druck auf den Preis anhält.
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