Gold: Zinssenkungshoffnung treibt Kurs

Schwache US-Arbeitsmarktdaten und sinkende Ölpreise beflügeln Gold. Das Edelmetall erreicht den höchsten Stand seit einem Monat.

Die Kernpunkte:
  • Gold erreicht Monatshoch bei 4.240 Dollar
  • Enttäuschende ADP-Daten schwächen den Dollar
  • Hormus-Entspannung drückt Ölpreise und Inflation
  • Fed-Zinspolitik rückt in den Fokus

Ein Monat, ein neues Hoch – und die Gründe dafür kommen gleich aus zwei Richtungen. Schwache US-Arbeitsmarktdaten lassen Zweifel an weiteren Zinserhöhungen der Fed aufkommen, während Hoffnungen auf ein Ende der Spannungen um die Straße von Hormus die Ölpreise drücken. Für Gold ist das eine seltene Kombination aus geldpolitischem und geopolitischem Rückenwind.

Am Mittwochnachmittag kostete die Feinunze 4.240 Dollar – rund 162 Dollar mehr als am Vortag. Damit markiert das Edelmetall sein höchstes Niveau seit einem Monat.

Schwache Jobdaten schwächen den Dollar

Der Auslöser kam aus den USA. Der Arbeitsmarktdienstleister ADP meldete für Juli merklich weniger neu geschaffene Stellen als im Vormonat. Der Einkaufsmanagerindex ISM für den Dienstleistungssektor legte nur geringfügig zu und blieb hinter den Erwartungen zurück – auch wenn er weiterhin ein robustes Wachstum signalisiert. Die Kombination reicht aus, damit Marktteilnehmer ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed im September zurückfahren. Ein weniger restriktiver geldpolitischer Ausblick schwächt den Dollar – und ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der Dollar-Zone günstiger.

Hormus-Hoffnung dämpft Inflationssorgen

Parallel dazu sorgt die Aussicht auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus für sinkende Ölpreise. Niedrigere Energiekosten lindern Inflationssorgen und nehmen der Fed damit zusätzlichen Druck, an einem strafferen Kurs festzuhalten. Charttechnisch hat Gold in dieser Woche mehrfach den 21-Tage-Durchschnitt zurückerobert und testet nun die Marke am 50-Tage-Durchschnitt – ein Bereich, der zuletzt als Widerstand fungierte.

Der nächste Belastungstest folgt am Freitag mit dem US-Arbeitsmarktbericht NFP. Fällt er ähnlich schwach aus wie die ADP-Zahlen, dürfte das die Zinssenkungshoffnungen weiter nähren und Gold zusätzlichen Spielraum nach oben geben. Ein überraschend robuster Bericht könnte die Rally dagegen abrupt ausbremsen.

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