Gold: Zinswetten drücken auf 4.140 Dollar

Höhere US-Renditen, ein fester Dollar und Gewinnmitnahmen überwiegen derzeit geopolitische Stützfaktoren für Gold.

Die Kernpunkte:
  • Gold verliert binnen eines Tages vier Prozent
  • Rückgang seit August-Hoch über zehn Prozent
  • US-Anleiherendite steigt auf rund 5,2 Prozent
  • Notierung bleibt unter wichtigen Tagesdurchschnitten

Vier Prozent Verlust an einem einzigen Tag — nach Monaten der Rally kommt der Goldpreis ins Rutschen. Die Notierung fiel unter die Marke von 4.140 Dollar je Feinunze, der Rückgang seit dem lokalen Höchststand im August summiert sich damit auf über zehn Prozent. Auslöser ist eine plötzliche Verschiebung der Zinserwartungen in den USA.

Fed-Wetten treiben Renditen nach oben

Steigende Ölpreise verschärfen die Inflationssorgen und machen eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober wahrscheinlicher. An den Märkten wird deren Wahrscheinlichkeit derzeit auf etwa 68 bis 70 Prozent taxiert. Parallel dazu kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf rund 5,2 Prozent.

Für unverzinstes Gold sind das schlechte Nachrichten. Je höher die Rendite sicherer Anleihen, desto teurer werden die Opportunitätskosten eines Investments ins Edelmetall. Hinzu kommt ein fester Dollar, der den Kauf für Investoren außerhalb des US-Währungsraums verteuert.

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten liefern Gold grundsätzlich weiterhin Rückenwind als sicherer Hafen. Derzeit überwiegen jedoch die Effekte aus steigenden Renditen, härteren Zinserwartungen und starkem Greenback. Nach der kräftigen Rally der vergangenen Monate nehmen viele Anleger zudem Gewinne mit, während neue Käufe angesichts der geldpolitischen Unsicherheit ausbleiben.

Blick auf PCE, ISM und Arbeitsmarkt

Diese Woche stehen mit der PCE-Inflation, dem ISM-Einkaufsmanagerindex und den Arbeitsmarktdaten mehrere Termine an, die der Fed frische Argumente für ihre nächste Zinsentscheidung liefern könnten. Die Notierung XAU/USD handelt aktuell unter ihrem 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitt — ein technisches Signal, das die Schwäche der vergangenen Wochen unterstreicht.

Langfristig sprechen mehrere Faktoren weiter für das Edelmetall: hohe Goldkäufe zahlreicher Notenbanken, die Suche nach Schutz vor Inflation und Währungsrisiken sowie anhaltende geopolitische Unsicherheiten. Kurzfristig entscheidet sich viel an der Marke von 4.200 Dollar. Gelingt Gold die Rückeroberung dieses Niveaus nicht, dürfte sich der Abwärtsdruck zunächst fortsetzen.

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