Gold: Zweimonatshoch vor Inflationstest

Gold erreicht kurzzeitig über 4.465 Dollar, fällt dann unter 4.400 Dollar. Ölpreise und Inflationsdaten bestimmen die Richtung.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis erreicht Zweimonatshoch
  • Ölpreise treiben Zinsspekulationen
  • US-Inflationsdaten als nächster Test
  • Fed-Politik bleibt unklar

Dreimal in Folge zog Gold neue Käufer an, dann kam die Kehrtwende. Der Goldpreis kletterte am Dienstagmorgen auf über 4.465 Dollar je Feinunze und markierte damit den höchsten Stand seit über zwei Monaten – nur um kurz darauf wieder unter die Marke von 4.400 Dollar zu rutschen. Der Grund für den abrupten Stimmungswechsel: steigende Ölpreise nähren neue Spekulationen über eine Zinserhöhung der US-Notenbank.

Ausgangspunkt der Rally war der schwache US-Arbeitsmarktbericht der vergangenen Woche. Er hatte die Markterwartungen an eine straffere Fed-Politik zunächst deutlich gedämpft und dem zinslosen Edelmetall Auftrieb gegeben. Das FedWatch-Tool der CME Group zeigt aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 51,3 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte Mitte September – ein Wert, der die Nervosität im Markt widerspiegelt.

Öl bringt die Fed in die Zwickmühle

Die anziehenden Rohölpreise sind der Knackpunkt. Höhere Energiekosten befeuern die Inflationssorgen und stützen damit paradoxerweise den Dollar – zulasten von Gold. Hintergrund sind auch die ins Stocken geratenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über die Straße von Hormus, durch die zuletzt täglich rund 3 Millionen Barrel Rohöl und raffinierte Produkte flossen, nach 4,4 Millionen Barrel in der Vorwoche. Die rhetorische Verhärtung zwischen Washington und Teheran lässt eine schnelle Entspannung unwahrscheinlich erscheinen.

Damit steckt die Fed in einem Dilemma: Ein schwacher Arbeitsmarkt spricht für Zinssenkungen, steigende Ölpreise sprechen dagegen. Genau dieses Spannungsfeld sorgt für die erratischen Kursbewegungen bei Gold der vergangenen Handelstage.

Verbraucherpreise als nächster Prüfstein

Die Antwort auf diese Zwickmühle könnte sich schon in den kommenden zwei Tagen andeuten. Am Mittwoch veröffentlichen die USA ihre Verbraucherpreisdaten für Juli, Analysten erwarten einen leichten Rückgang der Jahresrate von 3,5 auf 3,4 Prozent. Die Kernrate soll von 2,6 auf 2,5 Prozent sinken. Am Donnerstag folgen die Erzeugerpreise.

Fällt die Inflation schwächer aus als erwartet, dürfte das die Zinssenkungshoffnungen neu befeuern und Gold Rückenwind verschaffen. Ein unerwarteter Anstieg der Teuerung würde dagegen die Zinserhöhungswetten stärken und den Druck auf das Edelmetall erhöhen.

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