Goldman Sachs Aktie: Bewertung bremst Analysten

Goldman Sachs übertraf im dritten Quartal die Erwartungen; Analysten steigerten Gewinnprognosen, während die Bewertung den Kursausblick begrenzt.

Die Kernpunkte:
  • 17,01 Dollar Gewinn je Aktie
  • Umsatz über den Markterwartungen
  • Keefe, Bruyette & Woods senkt Kursziel
  • Citizens hebt Gewinnprognosen für 2026 und 2027

Starke Zahlen, aber kaum Kurswirkung: Nach dem dritten Quartal bleibt die Goldman-Aktie auf dem Teppich. Analysten heben ihre Gewinnschätzungen an, setzen beim Kursziel aber teils den Rotstift an. Der Grund liegt in der Bewertung.

Zahlen mit Rückenwind

Goldman Sachs erzielte im dritten Quartal einen Gewinn je Aktie von 17,01 Dollar bei 18,68 Milliarden Dollar Umsatz. Beides lag über den Erwartungen. Die Erträge zählen zu den höchsten der Firmengeschichte. Treiber waren Rekordeinnahmen im Beratungsgeschäft, ein starker Aktienhandel und Zuwächse in der Vermögensverwaltung.

Vorstandschef David Solomon verwies auf ein günstiges Kapitalmarktumfeld. Zudem rücken die Finanzierungsgeschäfte als stabilere Ertragsbasis stärker in den Vordergrund. Das Ziel für das Fundraising im Alternatives-Geschäft hob das Management auf rund 150 Milliarden Dollar an.

Die Börse honorierte das zunächst nur kurz. Die Aktie gab anfängliche Gewinne wieder ab, charttechnisch bleibt der Abwärtstrend prägend.

Höhere Schätzungen, vorsichtiges Ziel

Keefe, Bruyette & Woods senkte das Kursziel auf 1.100 von 1.130 Dollar und belässt die Einstufung bei „Market Perform“. Das Haus lobt die breit getragene Umsatzstärke und erwartet, dass ein verlässlicheres Ertragsprofil langfristig einen höheren Bewertungsaufschlag rechtfertigt. Die Schätzungen hob es an.

Citizens bleibt ebenfalls bei „Market Perform“. Die Analysten erhöhten ihre Prognose für den Gewinn je Aktie 2026 um 7 Prozent auf 71,60 Dollar, für 2027 um 6 Prozent auf 77,00 Dollar. Berücksichtigt sind ein größeres Finanzierungsgeschäft, höhere Erlöse im Private Banking und bessere Erfolgsbeteiligungen. Eine erwartete Spende im vierten Quartal dämpft das leicht.

Die Bewertung wirkt moderat: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 14, gemessen an den Citizens-Schätzungen für 2027 bei 11,7. Das Buchwertverhältnis beträgt 2,4. Citizens hält einen Aufschlag zur historischen Bewertung für gerechtfertigt, sieht aber das Chance-Risiko-Verhältnis als ausgewogen. Ein großer Teil des Fortschritts ist demnach schon eingepreist.

Gipfel und Dividende

Parallel dazu zeichnete Goldman beim Builders and Innovators Summit in Healdsburg Gründer aus, darunter die Chefs von Deep Fission, UPSIDE Foods und Capitolis. Für den Aktienkurs ist das ohne Belang, es unterstreicht aber das Netzwerk der Bank im Wachstumsgeschäft.

Aktionäre dürfen sich über die Dividende freuen: Sie wurde 14 Jahre in Folge angehoben, die Rendite liegt bei 2,24 Prozent. Vorbörslich notierte die Aktie zuletzt um 896 Dollar. Dass Konkurrent Morgan Stanley trotz Gewinnüberraschung ebenfalls nachgab, zeigt, wie viel Optimismus im Bankensektor bereits vorweggenommen wurde.

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