Goldpreis: Absturz durch Zinsanhebung der Fed?

Der Goldpreis kannte in 2016 lange Zeit nur eine Richtung: nach oben. Vor wenigen Wochen gab es dann den ersten großen Dämpfer seit Monaten. Gold sackte Anfang Oktober binnen einer Woche um fast fünf Prozent auf etwas mehr als 1.250 US-Dollar ab.

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Das ist vor allem mit den Notenbanken und deren Diskussionen um eine Veränderung der Zinspolitik zu begründen. Sollte die Fed tatsächlich eine Zinserhöhung vornehmen, dürfte das auch Gold belasten – doch vor der US-Wahl ist mit einem solchen Schritt kaum zu rechnen. Und dann spielen ja auch noch andere Faktoren eine Rolle.

Bis zur US-Wahl am 8. November ist eine Zinsanhebung der Fed sehr unwahrscheinlich. Denn die Notenbank selbst wartet gespannt auf das Ergebnis. Trump oder Clinton ist auch für die US-Notenbank eine richtungsweisende Entscheidung, denn gerade Trump gilt als großer Kritiker der Fed, auf deren Politik er Einfluss zu nehmen versuchen dürfte.

Sobald die Wall Street die Präsidentschaftswahl verdaut hat, ist eine Zinsanhebung aber möglich. Und dies hätte durchaus Einfluss auf den Goldpreis, der durch entscheidende Änderungen der Notenbanken-Politik (auch die EZB spielt dabei eine Rolle) verstärkt unter Druck geraten dürfte.

Mögliche Zinsanhebung führt nicht zwangsläufig zum Goldpreis-Absturz

Wie groß der Einfluss der Zinspolitik dann tatsächlich auf die Entwicklung des Goldkurses ist, bleibt aber fraglich. Denn zum einen wird sich die Fed nur mit kleinen Trippelschritten einem höheren Zins nähern, um die Märkte nicht zu sehr aufzuschrecken. Zum anderen spielen bei der Gold-Entwicklung viele verschiedene Faktoren eine Rolle.

Zu diesen Faktoren gehören beispielweise Konjunkturdaten vor allem aus den USA. Eine ordentlich und auch stabil wachsende US-Wirtschaft drückt in der Regel auf den Goldpreis – und umgekehrt. Daneben, und der Aspekt wird häufig vernachlässigt, sind es schlicht das Angebot und die Nachfrage. Nicht zuletzt spielt der Faktor Unsicherheit eine große Rolle.

Unsicherheit vs. Zinspolitik

Viele Menschen sind verunsichert durch Dinge wie: Wie genau läuft der Brexit ab? Wird Donald Trump tatsächlich Präsident der USA? Gibt es weitere Terroranschläge? Auch die Befürchtungen, dass „der große Crash“ (etwa durch Negativ-Zinsen) bald kommen wird, spielen in hierbei eine Rolle.

Das alles lässt den Goldkurs als „sicheren Hafen“ nach oben klettern. Momentan spricht demnach auch die Psyche der Anleger für einen stabilen oder gar steigenden Goldpreis. Eine neue Fed-Zinspolitik könnte dem jedoch einen Strich durch die Rechnung machen – das aber vermutlich frühestens nach der US-Wahl.

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