Golds 4.500-Dollar-Signal, die 7.000-Punkte-Jagd und das Erwachen der Nvidia-Kritiker
Gold und Silber erreichen historische Höchststände, während der S&P 500 die 7.000-Punkte-Marke anvisiert. Kritische Stimmen hinterfragen den teuren Groq-Kauf von Nvidia.

- Goldpreis erreicht neues Allzeithoch bei 4.500 Dollar
- S&P 500 nähert sich der Marke von 7.000 Punkten
- Analysten äußern Skepsis zu Nvidias Groq-Übernahme
- Commerzbank ist DAX-Performer des Jahres 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
während in Deutschland die Gänsebraten verdaut werden und die Börsensäle am zweiten Weihnachtsfeiertag verriegelt blieben, kennt das globale Kapital keine Feiertagsruhe. Wer glaubte, die Finanzwelt würde nach Heiligabend in einen kollektiven Winterschlaf fallen, sieht sich heute eines Besseren belehrt. Es sind diese seltsamen Tage „zwischen den Jahren“, in denen die Liquidität dünn ist wie das Eis auf einem zu früh betretenen See – und genau das macht die Bewegungen so explosiv.
Während Europa pausiert, wird an der Wall Street Geschichte geschrieben. Leise, aber mit einer Wucht, die uns im neuen Jahr noch beschäftigen wird. Der S&P 500 klopft an die psychologisch massive Marke von 7.000 Punkten (Intraday-Hoch heute bei 6.945), doch das wahre Drama spielt sich abseits der Aktienindizes ab: im Tresorraum der Edelmetalle und in der strategischen Bewertung des Nvidia-Deals.
Herzlich willkommen zu einer Feiertagsausgabe, die beweist: Geld schläft nie.
Jimmy Carter lässt grüßen: Die historische Flucht ins Gold
Haben Sie noch Silberbesteck im Keller? Es könnte sein, dass dieses gerade eine bessere Performance hinlegt als so mancher Tech-ETF. Während wir Geschenke auspackten, haben Gold und Silber eine Rallye gezündet, die selbst Veteranen des Parketts staunen lässt.
Der Goldpreis hat heute die Schallmauer von 4.500 US-Dollar pro Unze durchbrochen. Das ist nicht bloß ein neues Allzeithoch; es ist die Krönung des besten Jahres für das Edelmetall seit 1979 – jener Zeit, als Jimmy Carter im Weißen Haus saß und die Inflation galoppierte. Mit einem Anstieg von über 70 Prozent im Jahr 2025 stellt Gold fast alles in den Schatten. Noch dramatischer ist die Lage beim „kleinen Bruder“ Silber: Mit Notierungen über 75 US-Dollar pro Unze und einem Jahresplus von fast 146 Prozent erleben wir hier eine historische Neubewertung.
Die Analyse: Was treibt diese Panikkäufe in einer Zeit, in der Aktien auf Rekordhochs stehen? Es ist das Phänomen der „Angst im Boom“. Geopolitische Spannungen – von der Ukraine bis Venezuela – treffen auf die Erwartung weiter sinkender Zinsen durch die Fed. Dass Zentralbanken, allen voran China, weiter als massive Käufer auftreten, zieht einen festen Boden ein. Die Strategen von JPMorgan sehen für 2026 bereits die 5.000er Marke am Horizont. Der Markt sendet ein paradoxes Signal: Man jagt die Aktienrendite, traut dem Frieden aber nicht über den Weg.
Nvidias Deal: Der Kater nach der Party?
Nachdem wir gestern den strategischen Coup von Nvidia – die Sicherung der Assets und Talente von Groq für rund 20 Milliarden US-Dollar – beleuchtet haben, mischen sich heute die ersten kritischen Stimmen in den Chor der Bewunderer.
Jensen Huang mag sich die Feiertage mit diesem Schachzug versüßt haben, doch Analysten von D.A. Davidson treten heute auf die Euphoriebremse. Ihre Skepsis zielt auf den Kern des Deals: Ist das wirklich ein technologischer Quantensprung für den Marktführer? Oder sehen wir hier eine defensive, extrem teure Maßnahme, um einen potenziellen Störenfried vom Markt zu nehmen?
Der Kontext: Groq reklamierte mit seiner LPU-Architektur Geschwindigkeitsvorteile bei der Inferenz (der Anwendung von KI). Indem Nvidia nun Groq-Gründer Jonathan Ross und sein Kernteam ins „grüne Lager“ holt, betreibt der Konzern klassisches „Moat-Building“ – den Ausbau des Burggrabens. Es ist ein klares Signal an Google und dessen TPU-Ambitionen, aber die Börse beginnt zu fragen: Wie viel Angst hat der Riese wirklich vor den Verfolgern, wenn er 20 Milliarden für ein Talent-Team auf den Tisch legt? Die Nvidia-Aktie reagierte heute mit einem moderaten Plus von 1,5 Prozent – der ganz große Jubelsturm blieb aus.
Während Nvidia mit Milliarden-Deals Schlagzeilen macht, analysiert Börsenexperte Bernd Wünsche in seinem Webinar eine weitaus explosivere Entwicklung im Chip-Sektor. Er zeigt, welche vier Halbleiter-Aktien vom globalen Chip-Boom profitieren könnten – mit einem Gewinnpotenzial, das selbst den Nvidia-Deal in den Schatten stellt. Sie erfahren, warum Mikrochips das „neue Öl“ sind und welche Unternehmen jetzt vor einem ähnlich spektakulären Kurssprung stehen könnten. Webinar: Die 4 Chip-Aktien für den nächsten Boom
Der 27-Milliarden-Dollar-Knoten
Ein Blick in den Maschinenraum des Krypto-Marktes offenbart, warum Bitcoin heute so seltsam gefesselt wirkte. Am heutigen Nachmittag fand eine Art „Hexensabbat“ statt: Optionen auf Bitcoin und Ethereum im Rekordwert von über 27 Milliarden US-Dollar liefen aus.
Bitcoin pendelt aktuell um die 88.000 US-Dollar, gefangen zwischen den bullischen Hoffnungen auf die 100.000 und der Schwerkraft massiver Gewinnmitnahmen. Das technische Phänomen dahinter ist wichtig: Diese riesigen offenen Positionen haben den Markt förmlich „geklammert“. Mit dem heutigen Verfall löst sich dieser Knoten. Analysten erwarten nun eine Rückkehr der Volatilität. Ob das den Weg zur sechsstelligen Marke freimacht oder eine Korrektur einleitet, wird das dünne Handelsvolumen des Wochenendes zeigen.
Ein Blick nach Berlin und Kiew
Auch wenn der Xetra-Handel ruht, lohnt ein Blick auf die politische Ökonomie, die das Jahr 2026 prägen wird.
- Warnschuss für den Kanzler: Die wirtschaftspolitischen Flitterwochen sind vorbei, bevor sie begonnen haben. Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, fand heute deutliche Worte in Richtung Bundeskanzler Friedrich Merz. Der Vorwurf wiegt schwer: Die Regierung schiebe unpopuläre Entscheidungen auf die lange Bank und versuche, strukturelle Probleme mit Geld zuzuschütten. Ein Dämpfer für alle, die auf schnelle Reformwunder hofften.
- Geopolitisches Schach: Der ukrainische Präsident Selenskyj plant offenbar eine Reise in die USA, um Donald Trump zu treffen. Die Hoffnung auf einen Frieden – oder zumindest einen Waffenstillstand – treibt die Märkte subtil an. Doch die Nachrichten aus Syrien, wo der erste Anschlag auf eine Moschee seit dem Assad-Sturz gemeldet wurde, erinnern uns daran, wie fragil diese geopolitischen „Lösungen“ bleiben.
Der stille Gewinner des Jahres
Da in Frankfurt heute die Lichter ausblieben, bleibt uns der Blick auf die Jahresbilanz. Ein Wert sticht dabei besonders hervor, den vor zwölf Monaten kaum jemand auf der Rechnung hatte: Die Commerzbank.
Mit einem Plus von 124 Prozent seit Jahresbeginn ist das Geldhaus der unangefochtene Star im DAX-Universum 2025. Der abgeschlossene Aktienrückkauf über eine Milliarde Euro und die anhaltende Übernahmefantasie durch Unicredit haben das Papier beflügelt. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet das einstige Sorgenkind der deutschen Finanzszene nun die Performance-Listen anführt.
Die Quintessenz
Wir gehen in die letzten Handelstage eines bemerkenswerten Jahres. Die Kombination aus Rekordhochs bei Aktien und Gold ist selten und deutet auf einen tiefen Riss in der Marktpsychologie hin: Die Anleger wollen dabei sein (FOMO), sichern sich aber gleichzeitig gegen den Absturz ab (Gold).
Genießen Sie das restliche Wochenende. Die Märkte mögen ruhig wirken, aber unter der Oberfläche wird bereits die Liquidität für den Start ins Jahr 2026 sortiert.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Herzlichst,
Ihr
Felix Baarz
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