GoPro Aktie: Ademi LLP prüft Übernahme

Ademi LLP untersucht die geplante GoPro-Übernahme für 285 Millionen US-Dollar, während Markiplier dagegenstimmen will und die Aktie stark steigt.

Die Kernpunkte:
  • Ademi LLP prüft geplante GoPro-Übernahme
  • Kaufpreis liegt bei 285 Millionen Dollar
  • Markiplier will gegen Fusion stimmen
  • GoPro-Aktie steigt binnen Tagen 211 Prozent

Die Rechtsanwaltskanzlei Ademi LLP hat heute eine Untersuchung zur geplanten Übernahme von GoPro durch Starman Optical eingeleitet. Im Zentrum steht die Frage, ob der vereinbarte Kaufpreis von rund 285 Millionen US-Dollar den tatsächlichen Wert des Unternehmens angemessen widerspiegelt.

Die Aktionäre sollen im Rahmen der vorgestern angekündigten Fusion pro Aktie 1,14 US-Dollar in bar sowie 0,1 Anteile am neuen Unternehmen erhalten. Während der Vorstand den Deal befürwortet, prüfen die Juristen nun mögliche Pflichtverletzungen des Managements und die Angemessenheit der Barabfindung.

Details zum 285-Millionen-Dollar-Deal

Die Vereinbarung sieht vor, dass Starman Optical über die Tochtergesellschaft Action Acquisitions LLC rund 90 Prozent der Anteile an GoPro übernimmt. Die verbleibenden zehn Prozent verbleiben im Besitz der bisherigen Aktionäre.

Ein wesentlicher Bestandteil der Transaktion ist die sofortige Tilgung der bestehenden Schulden von GoPro in Höhe von 92 Millionen US-Dollar. Bis zum geplanten Abschluss der Übernahme am 31. Dezember 2026 müssen jedoch noch die Mehrheit der Aktionäre sowie die US-Wettbewerbsbehörden zustimmen.

Sollte die Fusion scheitern, wurde eine Kündigungsgebühr von zehn Millionen US-Dollar vereinbart. Für GoPro kommt der Schritt nach einer wirtschaftlich schwierigen Phase: Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von knapp einem Drittel auf 105 Millionen US-Dollar.

Die Zahl der ausgelieferten Kameras sank im gleichen Zeitraum auf 291.000 Einheiten. Der Aktienkurs hatte in den drei Monaten vor der Bekanntgabe rund 60 Prozent an Wert verloren, was das Unternehmen unter erheblichen Delisting-Druck setzte.

Strategischer Schwenk in Richtung Rüstung und KI

Unter der Führung von Starman Optical soll sich das Geschäftsmodell von GoPro (GPRO) grundlegend verändern. CEO Nick Woodman kündigte an, dass die Zukunft des Unternehmens in den Bereichen Verteidigung, Regierungsaufträge, Robotik und Luftfahrt liege.

Auch der Aufbau von KI-Rechenzentren und die Nutzung der über 2.500 US-Patente von GoPro für industrielle Anwendungen stehen im Fokus. Woodman betonte dabei die wachsende Bedeutung der Technologie für die nationale Sicherheit.

Trotz dieser Neuausrichtung sollen die klassischen Kamerasysteme laut Unternehmensaussagen vorerst Teil des Portfolios bleiben. Dennoch herrscht unter Kunden und Investoren Unsicherheit darüber, wie stark die Unterstützung für den Endverbrauchermarkt künftig gewichtet wird.

Medienberichten zufolge deuten interne E-Mails darauf hin, dass GoPro zu einem breiter diversifizierten Technologiekonzern umgebaut werden soll, wobei die Sparte für Action-Kameras an Priorität verlieren könnte.

Widerstand durch Großaktionäre und massive Kurszuwächse

Ein prominenter Kritiker des Deals ist der Investor Mark Fischbach, der unter dem Namen Markiplier bekannt ist. Er ist mit einem Anteil von über 8,5 Prozent der größte Einzelaktionär von GoPro.

Fischbach hatte seine Position seit Juli 2026 aufgebaut und investierte dabei rund neun Millionen US-Dollar. Er kündigte bereits an, gegen die Fusion stimmen zu wollen, da er die Marke in ihrer ursprünglichen Form als spezialisierten Kamerahersteller erhalten möchte.

An der Börse lösten die Pläne dennoch eine massive Kursreaktion aus. Im vorbörslichen Handel heute legte der Kurs um weitere 12 % zu und notiert bei 1,62 €. Damit setzt sich die Dynamik der vergangenen Tage fort, in denen die Aktie eine Wertsteigerung von insgesamt 211 % verzeichnete.

Durch diesen steilen Anstieg notiert das Papier aktuell 151 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Analysten wie Erik Woodring von Morgan Stanley bleiben jedoch zurückhaltend und bewerten die Aktie weiterhin mit einem Kursziel von lediglich 0,50 US-Dollar. Angesichts eines Relative-Stärke-Index (RSI) von 90,2 gilt der Wert technisch derzeit als massiv überkauft.

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