GoPro Aktie: Verkaufsprüfung in Endphase
GoPro treibt den geplanten Verkauf voran und meldet zugleich einen deutlichen Umsatzrückgang von 31 Prozent im zweiten Quartal 2026.

- Verkaufsprüfung in finaler Phase
- Umsatz bricht um 31 Prozent ein
- Massive Stellenstreichungen bei GoPro
- Aktie erholt sich trotz Krise
Der Pionier der Action-Kameras, GoPro, steuert auf ein mögliches Ende seiner Eigenständigkeit zu. Wie Gründer und CEO Woodman am heutigen Donnerstag bestätigte, befindet sich die strategische Prüfung eines Unternehmensverkaufs bereits in der Endphase. Hintergrund für den drastischen Schritt ist eine anhaltend schwierige Geschäftslage, die das Unternehmen zunehmend in finanzielle Bedrängnis bringt.
Kritische Geschäftszahlen belasten die Bilanz
Die aktuellen Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 zeichnen ein düsteres Bild. Der Umsatz des Kameraherstellers brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 105 Millionen Dollar ein. Unter dem Strich verbuchte GoPro für diesen Zeitraum einen Nettoverlust in Höhe von 51 Millionen Dollar.
Besonders schwer wiegt der Rückgang bei den physischen Auslieferungen. Mit rund 291.000 verkauften Kameras wurden etwa 38 Prozent weniger Einheiten abgesetzt als noch vor einem Jahr. Diese Entwicklung verdeutlicht den langfristigen Abwärtstrend: Während das Unternehmen früher Milliardenumsätze erzielte, wurde für das Jahr 2025 nur noch ein Wert von 652 Millionen Dollar gemeldet.
Konkurrenzdruck und Restrukturierung
Der Wettbewerb im Markt hat sich massiv verschärft. Konkurrenten wie DJI und Insta360 setzen den US-Konzern technologisch unter Druck. Laut Medienberichten dominieren Produkte wie die DJI Osmo 360 mittlerweile weite Teile des Marktes mit einem globalen Anteil von rund 43 Prozent.
Zeitgleich drängt Insta360 mit neuen Modellen wie der gestern vorgestellten X6 in das Segment, die mit größeren Sensoren und verbesserter Künstlicher Intelligenz ausgestattet ist.
Um auf die Krise zu reagieren, hat GoPro einschneidende Sparmaßnahmen eingeleitet. Das Unternehmen strich 145 Stellen, was etwa 23 Prozent der gesamten Belegschaft entspricht. Die finanzielle Decke wird unterdessen dünner: Zum Quartalsende verfügte GoPro lediglich über Barmittel in Höhe von 27,3 Millionen Dollar. Bereits in einem behördlichen Bericht im Juni wurden erhebliche Zweifel an der Fortführung des Unternehmens geäußert.
Marktreaktion und ungewisse Zukunft
Die Börse reagierte zunächst mit extremer Vorsicht auf die Nachrichtenlage, nachdem das Papier gestern noch auf einen Tiefststand abgerutscht war. Am heutigen Donnerstag zeigt die Aktie jedoch eine Erholungstendenz und notiert mit 0,5440 Euro etwa 8,4 Prozent höher. Trotz dieses kurzfristigen Anstiegs bleibt die Situation für Investoren prekär.
Der Titel notiert derzeit rund 79 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im September des Vorjahres erreicht wurde. Neben dem schwächelnden Einzelhandel, der im abgelaufenen Quartal einen Einbruch von 48 Prozent verzeichnete, kämpft das Unternehmen mit massiv gestiegenen Kosten für Speicherkomponenten. Ob die Verkaufsprüfung zu einem Übernahmeangebot führt, das die Marke rettet, wird sich voraussichtlich in Kürze entscheiden.
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