Grammer holt sich Unterstützung aus Fernost

Beim Autozulieferer Grammer hängt seit geraumer Zeit der Haussegen schief. Denn das Management streitet sich mit dem größten Einzel-Aktionär um Strategie und Personalien. Nun soll ein chinesischer Kooperationspartner aushelfen.

Derzeit gibt es viel Unruhe bei Grammer. Denn die bosnische Unternehmerfamilie Hastor möchte den Vorstandschef ablösen und den Aufsichtsrat mit eigenen Personen besetzen. Hastor ist inzwischen in Deutschland kein unbekannter Name mehr. So hatten sich Zulieferer aus der Firmengruppe im vergangenen Jahr einen medienwirksamen Streit mit Volkswagen geliefert und dabei teilweise die Produktion der Wolfsburger lahmlegen können. Gleichzeitig erlangte die Familie Hastor zusätzliche Bekanntheit durch ihren Einstieg beim angeschlagenen Küchenhersteller Alno.

Bei Grammer ist die Industriellen-Familie über zwei Investment-Gesellschaften mit mehr als 20 % engagiert und ist damit mit Abstandgrößter Einzelaktionär des SDAX-Unternehmens. Dadurch ist es möglich, entsprechend Druck aufzubauen. Diesen Druck will der Spezialist für Autositze nun mit einer strategischen Partnerschaft mildern. Wie das Unternehmen bekannt gab, plant man mit der chinesischen Ningbo Jifeng Auto Parts eine entsprechende Kooperation.

Grammer bekommt neuen Großaktionär

Ningbo ist schon länger ein operativer Partner . Im Zuge der neu ausgerufenen Partnerschaft beteiligt sich das chinesische Unternehmen nun auch kapitalmäßig. Dies geschieht über eine Wandelanleihe, die Grammer herausgibt. Diese hat ein Volumen von 60 Millionen Euro und soll nach Auskunft von Grammer zwingend nach Ablauf eines Jahres in Aktien gewandelt werden. Das Bezugsrecht der bisherigen Aktionäre ist dabei ausgeschlossen, vielmehr soll ausschließlich Ningbo wandeln, womit die Chinesen am Ende 9 % der Anteile übernehmen werden.

Grammer schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen kann man die Erlöse aus der Emission der Wandelanleihe für das operative Geschäft nutzen. Zum anderen baut man gegenüber Hastor auf der Anteilseigner-Ebene einen Gegendruck auf.

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