Grammer kassiert Prognose, Aktie spielt Achterbahn

Der Autozulieferer Grammer gab im Zuge der vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr dieses Geschäftsjahres eine Gewinnwarnung heraus. Dabei hatte der Start in das neue Geschäftsjahr gut begonnen.

 

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Leider konnte man das von dem 2. Quartal nicht mehr behaupten. Mehrere Faktoren wirkten hier gleichzeitig negativ und bringen auch den Aktienkurs weiter unter Druck.

 

Markteinbruch in Brasilien und China

Insgesamt konnte Grammer den Umsatz um 6% auf 710,2 Mio. Euro steigern. Zu verdanken war diese Entwicklung in erster Linie der Sparte Automotive.

Deutlich eingebrochen sind dagegen die Umsätze in der Sparte Seating Systems. Hier werden u. a. gefederte Sitze für LKWs, Busse und Landmaschinen vertrieben. Bereits im Auftaktquartal gingen hier die Umsätze leicht zurück, was jedoch im Vorfeld erwartet worden war. Im 2. Quartal verschärfte sich dieser Trend jedoch.

So war beispielsweise in Brasilien ein Rückgang bei Neuzulassungen von schweren LKW von fast 50% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Und schon da zeigte sich der Markt schwach. Im chinesischen Markt für Nutzfahrzeuge ging es ebenfalls um mehr als 30% abwärts. Und als wenn das alles noch nicht reichen würde, entwickelte sich der weltweite Absatzmarkt für Landmaschinen deutlich negativ, was einen starken Rückgang der Nachfrage zur Folge hatte.

 

Grammer konnte Verlust nicht kompensieren

Die Sparte Seating Systems gehört zu den margenstärkern Bereichen von Grammer und damit erzeugte der vorgenannte Einbruch in diesem Segment entsprechende Belastungen. Diese konnten auch durch die positive Entwicklung der Automotive-Sparte nicht ausgeglichen werden. Auch umgehend eingeleitete Maßnahmen zur Kosteneinsparung halfen da nicht.

So sank das EBIT von 30,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum aktuell auf 24,6 Mio. Euro. Bereits mit Vorlage der Zahlen für das 1. Quartal ging Grammer von einem spürbaren Rückgang der Seating-Sparte aus, hoffte aber auf Besserung im weiteren Jahresverlauf.

 

Weiterhin düstere Aussichten

Jetzt kamen neben der ausbleibenden Markterholung in Brasilien auch noch der Einbruch im Agrarbereiche und der starke Rückgang im Nutzfahrzeugmarkt in China dazu. Aus diesen Gründen sah sich der Vorstand von Grammer gezwungen, die Gewinnprognose für dieses Jahr einzukassieren.

Ging der Konzern bisher von einem EBIT auf dem Niveau des Vorjahres aus, werden jetzt nur noch 42 Mio. Euro erwartet. Dies entspricht somit einem Rückgang um rund 15 Mio. Euro. Die Umsatzprognose mit Erwartungen von mehr als 1,4 Mrd. Euro blieb unverändert.

 

Aktie auf Achterbahnfahrt

Der Kurs der Aktie von Grammer musste zum Börsenbeginn einen deutlichen Rückgang von 25,80 Euro aus 24,12 Euro verbuchen. Gleich im Anschluss ging es jedoch wieder deutlich aufwärts. Mittlerweile liegt die Aktie mit 25,60 Euro damit wieder fast auf dem vorherigen Niveau. Aber:

150731 Grammer

Noch vor einer Woche lag das Niveau bei 30,00 Euro und mehr. Schwache Wirtschaftsdaten aus China brachten jedoch vermehrt Aktien der Automobilbranche unter Druck. Viele Anleger trennten sich in Panik von ihren Papieren. Auch die Aktie von Grammer als Zulieferer dieser Branche konnte sich davon nicht befreien. So ging es von 29,95 Euro immer weiter bergab.

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