Grammer mit Umsatzwachstum trotz Schwäche im LKW-Markt

Erst letzte Woche schockte der Autozulieferer Grammer den Markt mit einer Gewinnwarnung. Die Reaktion der Anleger war entsprechend, die Aktie vollzog den freien Fall.

 

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Nun präsentierte das Unternehmen die endgültigen Zahlen für das 1. Halbjahr dieses Geschäftsjahres und diese fielen gar nicht schlecht aus. Trotz der anhaltenden Markschwäche in der Sparte Seating Systems wurde ein erneutes Umsatzwachstum generiert.

 

Automotive-Sparte kompensiert andere Märkte

Insgesamt verzeichnete Grammer einen Anstieg beim Umsatz von 6,1% auf 710,2 Mio. Euro. Die negative Entwicklung der Märkte im Nutzfahrzeugbereich konnte durch das weiterhin stark anziehende Geschäft in der Sparte Automotive demzufolge ausgeglichen werden.

Allerdings wirkten sich der Einbruch bei den Neuzulassungen für LKWs in Brasilien und auch der schwache LKW-Markt in China negativ auf das EBIT aus. Nach 30,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum lag das EBIT jetzt bei 24,6 Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern sank ebenfalls auf 13,6 Mio. Euro nach 18,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

 

China schwächelt weiterhin

Neben dem Einbruch des LKW-Marktes in China musste Grammer auch einen unerwartet hohen Rückgang im Markt für Baumaschinen im Reich der Mitte verzeichnen. Auch der globale Markt für Landmaschinen zeigte sich in einer deutlichen Schwäche der Sparte Seating Systems. Insgesamt sank der Umsatz in dieser Sparte um 7,9% gegenüber dem Vorjahr. Trotz allem konnte noch eine EBIT-Rendite in diesem Bereich von 6,9% erzielt werden.

Im Gegensatz dazu legte die Sparte Automotive durch die weiterhin hohe Nachfrage nach Fahrzeugen der Premiumklasse weiter zu. Der Umsatzzuwachs lag hier bei 15,7% und erreichte 494,9 Mio. Euro. Obwohl Grammer hier weiterhin hohe Vorleistungen in Bezug auf die globale Expansion mit Kapazitätserweiterung und Optimierung der Standorte erbrachte, lag das operative Ergebnis mit 14,4 Mio. Euro nach 15,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum noch auf einem stabilen Niveau. Die EBIT-Rendite in dieser Sparte erreichte nach 3,5% zuvor 2,9%.

 

Finanzielle Details von Grammer

Das Eigenkapital von Grammer lag per Ende Juni bei 247,1 Mio. Euro und damit über dem Wert des Vorjahres mit 228,6 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote stieg von 28 auf 29%.

Demgegenüber erhöhte sich die Nettoverschuldung von zuvor 122,4 Mio. Euro auf 131,5 Mio. Euro. Die Verschuldungsquote ging leicht von zuvor 54% auf 53% zurück.

 

Ausblick bleibt bestehen

Wie zuvor erwähnt, kappte der Vorstand von Grammer in der letzten Woche die Gewinnprognose. So wird weiterhin mit einem Rückgang des EBIT um ca. 15 Mio. Euro auf insgesamt 42 Mio. Euro gerechnet.

Die Umsatzerwartung liegt weiterhin unverändert bei 1,4 Mrd. Euro. Für das restliche Geschäftsjahr rechnet der Konzern zwar weiterhin nicht mit einer Erholung der Marktschwäche in der Sparte Seating Systems, jedoch soll der Bereich Automotive deutlich über dem Umsatz des letzten Jahres liegen.

 

Aktie sucht noch ihren Weg

Neben der Gewinnwarnung von Grammer übten auch schwache Wirtschaftsdaten aus China entsprechenden Druck auf die Aktie aus. Nach dem Absturz in der letzten Woche markierte diese ein neues Jahrestief bei 24,05 Euro. Heute starteten die Papiere zwar den Börsentag mit einem leichten Plus, dieses wurde mittlerweile jedoch schon wieder einkassiert.

150805 Grammer

Aktuell notiert der Wert bei 25,09 Euro und damit auf einem sehr niedrigen Niveau knapp oberhalb der Unterstützung bei 25,00 Euro. Die Mehrheit der Analysten sieht Grammer nach wie vor positiv und stufte die Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch mit einem angepassten Kursziel von 30,00 Euro. Einzig die Experten der Oddo Seydler Bank rieten zum Verkaufen und sehen hier weiter zunehmende Unsicherheiten.

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