Grammer verkündet Übernahme

Der Autozulieferer Grammer setzt alles daran, die harten Zeiten der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Die Marktschwäche in der Sparte Seating Systems stellte das Unternehmen vor große Herausforderungen.

 

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Gestern Abend gab Grammer bekannt, dass man einen Kaufvertrag für die Übernahme von Reum unterzeichnet habe. Reum ist spezialisiert auf Oberflächentechnologie, Kunststoff- und Metalltechnik. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 130 Mio. Euro erzielen.

Der Konzern verfügt über Standorte in Deutschland und Polen und beliefert vor allem deutsche Premium-Automobilhersteller und große Systemlieferanten. Das Produktportfolio umfasst u. a. hochwertige Oberflächen, Lüftungs- und Lautsprechergitter, Blenden und kinematische Interieurteile.

 

Grammer mit hohen Wachstumszielen

Über den Kaufpreis wurden keine Details bekannt gegeben. Grammer will diese Übernahme jedoch aus bestehenden Kreditlinien finanzieren. Letztlich müssen die Kartellbehörden jedoch noch ihre Zustimmung erteilen. In den kommenden fünf Jahren erwartet der Konzern auf Basis des aktuellen Umsatzniveaus und aufgrund des Auftragsbestandes und bereits akquirierter neuer Projekte ein organisches Umsatzwachstum von mehr als 25%.

 

1-Millionen-Marke geknackt

Aber auch in den USA gab es kürzlich erfreuliches zu vermelden. Hier hatte Grammer im Jahr 1998 mit der Magna International das Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung von Sitzzystemen für mittlere und schwere LKW GRA-MAG gegründet. Mitte Oktober wurde die Marke von 1 Mio. produzierten Sitzen für den US-Markt geknackt.

 

Positive Reaktion des Marktes

Gute Nachrichten kann das Chartbild der Aktie von Grammer gut gebrauchen. Die Übernahme von Reum kam im Markt jedenfalls gut an. Heute verzeichneten die Papiere bisher ein Plus von mehr als 2%.

Mit der Präsentation der Halbjahreszahlen und der Gewinnwarnung des Vorstandes gerieten die Papiere des Konzerns in der Vergangenheit unter anhaltenden Druck. Anfang September verhalf die Meldung eines starken Vertriebserfolges der Aktie wieder zu einem deutlichen Plus. Dann kam die Volkswagen-Affäre.

151023 Grammer

Nicht nur die Aktien von VW gerieten dadurch stark ins Trudeln. Insgesamt zog der Skandal auch die Werte von anderen Autoherstellern genauso wie die von Zulieferern mit nach unten. Das zeigte sich auch deutlich bei Grammer. Allerdings schaffte es der Wert, sich von diesen Tiefswerten wieder deutlich zu erholen. Zwar liegt das aktuelle Niveau noch unter der gleitenden 100-Tage-Linie, jedoch deutlich über dem Durchschnitt der 38-Tage-Linie.

Die Experten von Warburg Research rechnen zwar mit eher schwachen Zahlen für das 3. Quartal, bekräftigten jedoch ihre Kauf-Empfehlung auf Grundlage der Bewertung. Die Quartalszahlen will Grammer am 5. November bekannt geben. Auch wir sehen Grammer weiterhin auf einem guten, wenn auch steinigem Weg, wieder an Stärke zu gewinnen.

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