Graphite One Aktie: 10.000 Tonnen ab Q4 2027
Graphite One beauftragt Spezialisten für Produktionslinien und treibt Bau der Anodenfabrik in Ohio voran.

- Integrationsvertrag für Produktionsanlagen unterzeichnet
- Fokus auf Aktiv-Anodenmaterial für E-Auto-Batterien
- Rohgraphit aus Alaska für Ohio-Werk vorgesehen
- Finanzierung des Fabrikbaus noch nicht gesichert
Graphite One schaltet beim Bau einer US-Batteriefabrik in einen höheren Gang. Das Unternehmen hat einen globalen Spezialisten für den Bau komplexer Produktionslinien unter Vertrag genommen. Der Schritt markiert den Übergang von der Planungs- in die Engineering-Phase.
Der Integrationsvertrag konzentriert sich auf das Herzstück des Projekts: das Zusammenspiel der Anlagen, die Prozesssteuerung und die Vorbereitung des operativen Betriebs. Graphite One will so eine vollständig integrierte Lieferkette für Aktiv-Anodenmaterial (AAM) aufbauen – dem Material, das rund 95 Prozent einer EV-Batterie-Anode ausmacht.
Vom Rohstoff zur Zelle
Das geplante Werk in Ohio soll Rohgraphit verarbeiten, der aus dem Graphite-Creek-Vorkommen in Alaska stammt. Die Strategie lautet „Alaska to Ohio“. Damit adressiert das Unternehmen eine akute Schwachstelle der US-Industrie: Die Vereinigten Staaten importieren den Großteil ihres Naturgraphits bislang aus Ländern wie China.
Graphite One hat bereits Muster an drei Automobilhersteller und drei Batterieentwickler geliefert. Der kommerzielle Fußabdruck wächst.
Der Zeitplan ist ambitioniert. Phase eins soll im vierten Quartal 2027 mit einer Kapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr an den Start gehen. Phase zwei folgt im dritten Quartal 2028 – dann mit 25.000 Tonnen jährlich.
Ein Fragezeichen bleibt
Trotz des technischen Fortschritts: Die Finanzierung steht noch nicht. Graphite One arbeitet daran, das nötige Kapital für den Bau des Werks zu sichern. Auch eine Recycling-Komponente ist im Gespräch.
Der Aktienkurs spiegelt die Unsicherheit. Bei 0,65 Euro notiert das Papier 13,1 Prozent tiefer als vor 30 Tagen. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 44,7 Prozent. Der RSI von 37,7 deutet auf eine angespannte Lage hin – die Aktie handelt bereits unter ihrer 200-Tage-Linie von 0,84 Euro.
Das Projekt steht damit an einem entscheidenden Punkt. Die technische Planung läuft. Der Bau aber wartet auf grünes Geld.
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