Graphite One Aktie: 20-Kilo-Proben an Hersteller

Graphite One profitiert von neuen Rüstungsregeln und treibt Tests mit Autoherstellern voran. Die Aktie erholt sich leicht.

Die Kernpunkte:
  • Neue Pentagon-Regeln ab 2027
  • Anodenproben an Autohersteller geliefert
  • Genehmigungsverfahren in Ohio und Alaska
  • Aktie erholt sich auf Wochensicht

Graphite One positioniert sich als amerikanische Antwort auf ein Problem, das die USA seit Jahren kennen: Bei Naturgraphit sind sie zu 100 Prozent von Importen abhängig. Ein Rüstungsdekret ändert nun die Spielregeln für Verteidigungszulieferer — und genau hier will das Unternehmen ansetzen.

Neue Regeln ab Januar 2027

Ab Januar 2027 müssen Rüstungszulieferer, die Ausnahmen für nicht konforme Materialien beantragen, lückenlos nachweisen, dass sie inländische oder alliierte Quellen gesucht haben. Die Regel zielt direkt auf Rohstoffe aus China, Russland, Iran und Nordkorea.

Graphite One sieht darin seine Chance. Das Unternehmen betreibt das Graphite-Creek-Projekt in Alaska und plant eine Verarbeitungsanlage in Ohio. Beide Standorte sollen zum Rückgrat der künftigen US-Versorgung werden.

Erste Kunden testen Anodenmaterial

Parallel zur regulatorischen Entwicklung treibt Graphite One die kommerzielle Validierung voran. Das Unternehmen hat kommerzielle Anodenproben mit einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm an drei große Elektroautohersteller und drei führende Batteriefirmen geliefert.

Das Management spricht von aktiven Gesprächen über verbindliche Abnahmeverträge mit einzelnen Partnern. Die Testphase soll das technische und finanzielle Risiko des Projekts senken, bevor der Bau beginnt. Graphite One nutzt dafür lizenzierte Fertigungstechnologie im kommerziellen Maßstab.

Genehmigungen nehmen Fahrt auf

Auch bei den Behörden kommt Bewegung in die Sache. Im Juli 2026 stufte die Umweltbehörde Ohios den Luftgenehmigungsantrag für die geplante Anlage in Conneaut als vollständig ein. Das Projekt rückt damit in die technische Detailprüfung vor.

In Alaska läuft das Graphite-Creek-Projekt unter dem beschleunigten FAST-41-Verfahren des Bundes. Eine Entscheidung der Behörden wird für September 2026 erwartet. Am Zeitplan für den Produktionsstart 2029 hält das Unternehmen fest.

Aktie unter Druck trotz operativer Fortschritte

Die operativen Nachrichten kontrastieren mit der Kursentwicklung. Die Aktie notiert aktuell bei 0,5610 Euro und liegt damit rund 65 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 1,59 Euro vom Januar. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 55 Prozent zu Buche.

Auf Wochensicht zeigt sich allerdings Bewegung nach oben: Der Kurs legte um knapp 15 Prozent zu. Ob die Kombination aus Verteidigungsnachfrage, Kundentests und Genehmigungsfortschritten reicht, um das verlorene Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, entscheidet sich an den kommenden behördlichen Terminen in Alaska und Ohio.

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