Graphite One Aktie: 6,4 Milliarden Kapitalwert für Graphite Creek
Graphite One meldet für Graphite Creek einen Kapitalwert von 5 Mrd. Dollar nach Steuern. Die Finanzierung soll teils über die US-Exportbank laufen.

- Kapitalwert von 5 Milliarden Dollar
- US-Exportbank signalisiert 2,07 Mrd. Dollar
- Produktionsstart in Alaska für 2029 geplant
- Aktie legt binnen sieben Tagen zu
Graphite One treibt sein Vorzeigeprojekt Graphite Creek in Alaska mit beeindruckenden Wirtschaftlichkeitskennzahlen voran. Die 2025 abgeschlossene Machbarkeitsstudie beziffert den Kapitalwert des Projekts vor Steuern auf 6,4 Milliarden US-Dollar, nach Steuern auf 5 Milliarden US-Dollar – berechnet mit einem Diskontsatz von 8 Prozent.
Der interne Zinsfuß liegt vor Steuern bei 30 Prozent, nach Steuern bei 27 Prozent, die Amortisationszeit wird mit rund 7,3 bis 7,5 Jahren angegeben. Diese Zahlen bilden das wirtschaftliche Fundament, auf dem das Unternehmen seine gesamte Permitting- und Finanzierungsstrategie aufbaut.
Genehmigungsprozess als Nadelöhr
Damit aus der Studie reale Produktion wird, muss Graphite One zunächst mehrere behördliche Hürden nehmen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen in enger Abstimmung mit dem US Army Corps of Engineers entschieden, für die Umweltprüfung des Graphite-Creek-Vorkommens ein vollständiges Environmental Impact Statement anzustreben – aus Sicht aller Beteiligten die praktikabelste Option, um das Genehmigungsverfahren voranzubringen.
Graphite One geht davon aus, dass der Zeitplan für dieses Gutachten mit den Anforderungen des Bundesstaates Alaska zusammenpasst und der für 2029 angepeilte Produktionsstart am Graphite-Creek-Projekt dadurch nicht gefährdet wird.
Parallel dazu soll die synthetische Produktion von Active Anode Materials bereits früher anlaufen: Am Standort Conneaut in Ohio ist der Start für das vierte Quartal 2027 vorgesehen, vorbehaltlich noch ausstehender Genehmigungen, Regulierungsfreigaben und Finanzierungszusagen. Die beiden Standorte bilden zusammen das Rückgrat der von Graphite One angestrebten, vollständig in den USA verankerten Graphit-Lieferkette.
Finanzierung nimmt Konturen an
Genau dieses Konzept einer heimischen Lieferkette hat auch die Export-Import Bank der Vereinigten Staaten überzeugt. Sie hatte zuletzt unverbindliche, aufgestockte Interessensbekundungen über insgesamt 2,07 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt, aufgeteilt auf 670 Millionen US-Dollar für Graphite Creek und 1,4 Milliarden US-Dollar für die Anlage in Ohio, jeweils mit einer Laufzeit von 15 Jahren.
Nach diesem Modell würde die Exportbank rund 70 Prozent des gesamten Kapitalbedarfs abdecken – ein Volumen, das die Milliardenbewertung aus der Machbarkeitsstudie erst finanzierbar erscheinen lässt.
Ergänzt wird die Kapitalseite durch einen im Juni geschlossenen Engineering- und Integrationsvertrag, der den Aufbau einer Produktionslinie mit einer Kapazität von 25.000 Tonnen synthetischem Graphit vorbereiten soll.
Zusammen mit der im Februar abgeschlossenen Kapitalerhöhung über brutto 35 Millionen kanadische Dollar zeigt sich ein Unternehmen, das seine finanzielle Basis in mehreren Schritten verbreitert, während die behördlichen Prozesse laufen.
Kursreaktion spiegelt wachsendes Investoreninteresse
Die Börse honoriert diese Fortschritte mit spürbarem Interesse: Innerhalb der vergangenen sieben Handelstage legte die Aktie um 6,6 Prozent zu, der Schlusskurs vom Donnerstag lag bei 0,6280 Euro.
Zum gleitenden 200-Tage-Durchschnitt besteht dennoch weiterhin ein Abstand von 24 Prozent nach unten, ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung den mittelfristigen Abwärtstrend noch nicht vollständig ausgeglichen hat.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob die milliardenschweren Projektkennzahlen tatsächlich in Genehmigungen und belastbare Finanzierungszusagen münden – erst dann dürfte sich zeigen, ob die aktuelle Kursbewegung mehr ist als eine kurzfristige Reaktion auf Nachrichtenlage.
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