Graphite One Aktie: Bundesentscheidung am 29. September

Graphite One treibt Alaska-Projekt voran, doch der Aktienkurs bleibt unter Druck. Hauptversammlung und Finanzierungspläne prägen die nächsten Monate.

Die Kernpunkte:
  • Hauptversammlung am 26. Juni 2026
  • Bundesentscheid für Graphite Creek im September
  • Standort in Ohio gesichert
  • EXIM-Finanzierung von 2,07 Milliarden Dollar angestrebt

Graphite One geht in einen dicht getakteten Sommer. In den nächsten Monaten treffen Hauptversammlung, Genehmigungsfahrplan und Finanzierungspläne aufeinander. Der Markt bleibt skeptisch: Das Alaska-Projekt gewinnt zwar Struktur, steht aber weiter vor der langen Brücke zur Produktion.

Am Freitag schloss die Aktie bei 0,71 Euro nach einem Tagesminus von 2,99 Prozent; seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang auf 39,32 Prozent. Der Kurs spiegelt damit die zentrale Spannung: strategisch wichtiger Rohstoff, aber noch keine kurzfristigen Erlöse.

Hauptversammlung mit Verwässerungsthema

Der nächste Termin ist die Hauptversammlung am 26. Juni 2026. Dort will Graphite One unter anderem Zustimmung für aktienbasierte Vergütungen und die Fortführung des Equity-Incentive-Programms einholen.

Nach der jüngsten Zuteilung von RSUs und Optionen sieht die Kapitalstruktur so aus:

  • 208.967.736 ausstehende Stammaktien
  • 4.398.006 Restricted Share Units
  • 4.873.272 Performance Share Units
  • 10.705.738 Aktienoptionen im Omnibus-Plan

Der Vorstand hat außerdem rund 1,5 Millionen gesperrte Aktien und Optionen an Führungskräfte sowie Mitarbeiter vergeben. Die Optionen haben einen Ausübungspreis von 1,13 kanadischen Dollar und werden über drei Jahre anteilig unverfallbar.

Operativ verändert das nichts. Für Aktionäre ist es dennoch relevant, weil aktienbasierte Vergütung bei Vorproduktionsunternehmen direkt in die Verwässerungsdebatte hineinläuft.

September-Termin für Graphite Creek

Der wichtigste langfristige Hebel bleibt das Graphite-Creek-Projekt in Alaska. Es läuft unter dem US-Bundesprogramm FAST-41, das Genehmigungsverfahren zwischen Behörden koordinieren und öffentlich nachvollziehbare Zeitpläne schaffen soll.

Der koordinierte Projektplan umfasst 13,5 Monate und peilt den 29. September 2026 als Datum für die Bundesentscheidung an. Graphite Creek war im Juni 2025 das erste Bergbauprojekt aus Alaska, das auf das FAST-41-Dashboard aufgenommen wurde.

Der Wettbewerb schläft nicht. Im März 2026 erhielten auch zwei weitere US-Graphitprojekte in Alabama und New York FAST-41-Status. Damit steigt der Druck, wer zuerst eine belastbare US-Lieferkette für Naturgraphit aufbauen kann.

Ohio-Standort steht, Finanzierung nicht

Graphite One hat im Mai 2026 einen Standort in Conneaut im Ashtabula County in Ohio gesichert. Die Vereinbarung läuft über Bessemer and Lake Erie Railroad Company, eine Tochter von Canadian National Railway.

Der Standort bietet Zugang zum Eriesee und zum Schifffahrtskorridor der Großen Seen. Das passt zur geplanten vertikal integrierten Lieferkette vom Abbau in Alaska bis zur Weiterverarbeitung in den USA.

Die Umsetzung bleibt allerdings an mehrere Bedingungen geknüpft. Dazu zählen Finanzierung, Genehmigungen, Stromvereinbarungen, Ausrüstung, regulatorische Freigaben und weitere übliche Entwicklungsschritte.

Auf der Finanzierungsseite liegen geänderte, unverbindliche Interessensbekundungen der Export-Import Bank of the United States über insgesamt 2,07 Milliarden US-Dollar vor. Für Graphite Creek wurden 670 Millionen US-Dollar genannt.

Für das geplante Werk in Ohio stehen 1,4 Milliarden US-Dollar im Raum; die mögliche Laufzeit beträgt 15 Jahre. Die Mittel wären Teil der Make-More-in-America-Initiative der EXIM-Bank.

Graphite One erwartet, formale EXIM-Anträge im Jahr 2026 einzureichen. Den verbleibenden Finanzierungsanteil von rund 30 Prozent bespricht das Unternehmen mit großen Banken.

Ein weiterer technischer Punkt liegt im Herbst. Graphite One beabsichtigt, die Laufzeit von rund 2,8 Millionen Warrants der Bering Straits Native Corporation um ein Jahr zu verlängern; neuer Ablauf wäre der 17. September 2026, vorbehaltlich der Zustimmung der TSX Venture Exchange.

Rückenwind kommt vom politischen Umfeld. Naturgraphit gilt in wichtigen Wirtschaftsregionen als kritischer Rohstoff, während die USA derzeit zu 100 Prozent von Importen abhängig sind. Im April 2026 unterzeichneten die USA und die EU zudem eine Absichtserklärung zur Sicherung und gemeinsamen Produktion zentraler Mineralien für Halbleiter, Elektrofahrzeuge und Verteidigungstechnologien.

Bis Ende Juni rückt damit zuerst die Hauptversammlung in den Vordergrund. Danach zählen die formalen EXIM-Anträge und vor allem der Bundesentscheid zu Graphite Creek am 29. September 2026. Genau dort entscheidet sich, ob aus dem politischen Rückenwind ein konkreter Projektfortschritt wird.

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