Graphite One Aktie: Indigene Gemeinden lehnen 1,8-km-Grube ab
Indigene Gemeinden in Alaska lehnen das geplante Graphitbergwerk ab. Die Aktie notiert trotz leichter Erholung deutlich unter dem Jahreshoch.

- Anwohner protestieren gegen riesige Grube
- Traditionelle Jagdgründe bedroht
- US-Militär fördert Projekt mit Millionen
- Aktienkurs weit unter Höchststand
Während Graphite One an der Börse leicht zulegt, wächst am anderen Ende der Welt der Druck. Indigene Gemeinden auf der Seward-Halbinsel in Alaska verschärfen ihren Widerstand gegen das geplante Graphite-Creek-Bergbauprojekt — und die Zeit bis zur entscheidenden Genehmigung läuft.
Tiefe Gräben, buchstäblich
Bei einem Gemeindetreffen am 2. Juni machten Bewohner aus Teller, Mary’s Igloo und Brevig Mission deutlich, was sie am meisten beunruhigt: die schiere Dimension der geplanten Grube. Rund 1,8 Kilometer lang, über 400 Meter tief — das ist kein kleines Loch im Boden. Die traditionellen Räte der Region erklärten, sie seien zwar gesprächsbereit, lehnten eine Grube dieser Größenordnung aber grundsätzlich ab.
Der Kern des Konflikts ist konkret: Straßen, Kiesaufschüttungen und Infrastruktur könnten Jagd- und Fischgründe dauerhaft zerstören. Diese Gebiete sichern seit Generationen die Ernährung der lokalen Bevölkerung.
Großes Projekt, große Zahlen
Betriebsleiter Mike Schaffner skizzierte beim Treffen die Logistik hinter dem Vorhaben. Das Ziel: 175.000 Tonnen Graphitkonzentrat pro Jahr. Dafür plant das Unternehmen den Transport in rund 8.600 Schiffscontainern über den Hafen von Nome. Von Alaska aus geht das Material zur Weiterverarbeitung in eine geplante Anlage im US-Bundesstaat Ohio.
Finanziell steht das Projekt auf solidem Fundament. Das US-Verteidigungsministerium hat einen Zuschuss von 37,5 Millionen Dollar bewilligt. Die US-Exportkreditagentur EXIM Bank hat unverbindliche Interessensbekundungen über rund 2,07 Milliarden Dollar für Mine und Verarbeitungsanlage signalisiert.
Kurs weit unter Jahreshoch
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit im Kursverlauf wider. Die Aktie legte am Donnerstag um 2,27 Prozent auf 0,68 Euro zu — liegt damit aber noch immer rund 58 Prozent unter dem Jahreshoch von 1,59 Euro aus dem Januar. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als 42 Prozent verloren.
Das Genehmigungsverfahren läuft über das US-Bundesprogramm FAST-41, das Umweltprüfungen für kritische Infrastruktur beschleunigen soll. Das Army Corps of Engineers peilt eine finale Entscheidung bis zum 29. September 2026 an. Bis dahin steht am 26. Juni die Hauptversammlung in Vancouver an — mit Wahlen zum Aufsichtsgremium und Abstimmungen über Vergütungspakete. Für das Unternehmen ist es der erste große Aktionärstest auf dem Weg vom Explorationsprojekt zur Bauphase.
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