Graphite One Aktie: Lucid Motors unterzeichnet Lieferverträge
Für Graphite Ones Alaska-Projekt steht am 29. September eine Bundesentscheidung an; Ohio-Anlage und Finanzierung schreiten ebenfalls voran.

- Bundesentscheidung für Alaska am 29. September
- Ohio-Produktion ab viertem Quartal 2027 geplant
- Lucid sichert Graphit-Abnahme vertraglich
- EXIM-Absichtserklärungen über 2,07 Milliarden Dollar
Graphite One rückt einer zentralen Weichenstellung für seine Graphitprojekte in Nordamerika näher. Am 29. September wird eine Entscheidung auf Bundesebene über die Genehmigungen für das Graphite-Creek-Projekt in Alaska erwartet. Dieser Termin im Rahmen des FAST-41-Programms markiert einen wesentlichen Fortschritt für das Ziel des Unternehmens, eine eigenständige heimische Lieferkette zu etablieren.
Genehmigungsprozess für Graphite Creek konkretisiert sich
Das Vorhaben in Alaska durchläuft aktuell das Verfahren zur Erstellung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (Environmental Impact Statement, EIS). Wie Medienberichten zu entnehmen ist, stufte das U.S. Army Corps of Engineers diesen Weg im August als bevorzugte Methode ein. Graphite One gab dazu bereits im Juli bekannt, dass dieser Schritt den angestrebten Produktionsbeginn im Jahr 2029 nach derzeitiger Planung nicht verzögern dürfte.
Parallel zu den Fortschritten in Alaska sicherte sich das Unternehmen im Juni die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Ingenieurbüro. Die Kooperation dient der detaillierten Planung der Fertigungssysteme für eine Anlage in Ohio. Dieses Werk bildet den zweiten Kernpfeiler der Unternehmensstrategie, die den Abbau von Rohstoffen mit der direkten Weiterverarbeitung zu Anodenmaterial verknüpft.
Fokus auf Weiterverarbeitung in Ohio
Ein wesentlicher Teil dieser Wertschöpfungskette entfällt auf den geplanten Standort in Ohio. Dort soll bereits im vierten Quartal 2027 die erste Produktion von synthetischem Anodenmaterial anlaufen. Die zuständige Umweltbehörde des Bundesstaates (Ohio Environmental Protection Agency) hat den Antrag auf eine Luftreinhaltungsgenehmigung im Juli zur technischen Prüfung angenommen und damit den Genehmigungsprozess vorangetrieben.
Graphite One verfolgt damit einen integrierten Ansatz vom Abbau bis zum fertigen Material. Diese Ausrichtung korrespondiert mit Bestrebungen des Weißen Hauses, die Abhängigkeit der USA von ausländischen Rohstoffen durch die Förderung heimischer Lieferketten für kritische Materialien zu reduzieren.
Strategische Partnerschaften und finanzielle Basis
Die wirtschaftliche Relevanz der Projekte wird durch bestehende Abnahmevereinbarungen unterstrichen. Der Elektroautohersteller Lucid Motors hat Verträge für die Lieferung von synthetischem Graphit sowie für natürliches Material aus der Mine in Alaska unterzeichnet.
Flankiert wird die Finanzierung durch unverbindliche Absichtserklärungen der US-amerikanischen Export-Import-Bank (EXIM). Diese umfassen ein Volumen von insgesamt 2,07 Milliarden US-Dollar, wovon 1,4 Milliarden Dollar direkt für das Werk in Ohio vorgesehen sind.
An der Börse zeigt sich das Papier nach einer volatilen Phase zuletzt stabilisiert. Der Schlusskurs lag gestern bei 0,5910 Euro. Damit notiert die Aktie aktuell etwa 41 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief. Seit Beginn des laufenden Jahres verzeichnet der Wert jedoch ein Minus von 53 Prozent. Die Umsetzung der nächsten regulatorischen Schritte im September gilt nun als wichtigster Faktor für die weitere Entwicklung.
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