Graphite One Aktie: Sechs Kunden testen Anodenproben
Graphite One treibt Alaska-Projekt voran und testet Anodenmaterial bei Autoherstellern. Der Aktienkurs bleibt trotz Milliarden-Rückhalt schwach.

- Neue Bohrkampagne startet Mitte Juni
- Anodenproben bei sechs Kunden in Prüfung
- US-Bank sagt Kredite von zwei Milliarden zu
- Aktienkurs seit Jahresbeginn um 40 Prozent gefallen
Operativ treibt Graphite One sein US-Vorzeigeprojekt mit Nachdruck voran. Erste Materialproben liegen bereits bei großen Autobauern auf dem Prüfstand. An der Börse spiegelt sich diese Dynamik allerdings nicht wider. Seit Januar hat das Papier rund 40 Prozent an Wert verloren.
Bohrungen und Behörden
In Alaska bereitet das Unternehmen den nächsten konkreten Schritt vor. Mitte Juni startet eine neue Bohrkampagne am Graphite Creek. Im Fokus stehen geotechnische Daten für die geplante Zufahrtsstraße. Zuvor hatte das Management die Pläne intensiv mit indigenen Vertretern der Region abgestimmt.
Diese Vorarbeiten sind entscheidend für den Zeitplan. Das Projekt durchläuft derzeit das beschleunigte FAST-41-Genehmigungsverfahren der US-Regierung. Bis Ende September 2026 soll die endgültige Entscheidung auf Bundesebene fallen.
Probenlauf bei Autobauern
Indes nimmt die Weiterverarbeitung konkrete Züge an. Das Management hat kommerzielle Anodenmaterial-Proben an sechs potenzielle Kunden verschickt. Darunter befinden sich drei große Elektroauto-Hersteller sowie drei Batterieproduzenten. Die aktuellen Spezifikationstests bilden die zwingende Voraussetzung für verbindliche Abnahmeverträge.
Produziert werden soll das Material künftig in Ohio. Die erste Ausbaustufe ist auf eine Jahreskapazität von 10.000 Tonnen ausgelegt. Bis zum vierten Quartal 2027 plant das Management die Fertigstellung der Anlage.
Milliarden-Rückhalt und schwacher Kurs
Finanziell stützt sich das Vorhaben auf eine Absichtserklärung der US-Export-Import-Bank. Im Raum stehen Kredite von gut zwei Milliarden US-Dollar. Diese Summe könnte bis zu 70 Prozent des Kapitalbedarfs für die Mine und die Verarbeitungsanlage decken.
Die Aktionäre honorieren diese Aussichten derzeit kaum. Mit einem aktuellen Kurs von 0,70 Euro notiert die Aktie knapp unterhalb der 50-Tage-Linie. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1,59 Euro ist der Titel weit entfernt.
Am 26. Juni steht die nächste reguläre Hauptversammlung an. Dort stimmen die Anteilseigner über das Vergütungsprogramm des Managements ab. Wirkliche Impulse für den Aktienkurs dürften jedoch erst die Ergebnisse der laufenden Materialtests bei den Autobauern liefern.
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