Griechenland bekommt seine Brückenfinanzierung

Der Terminkalender für die Rückzahlung von griechischen Schulden ist eng gesteckt. Schon gegenüber dem Internationalen Währungsfonds steht Griechenland mit rund 2 Mrd. Euro im Zahlungsverzug. Doch die nächsten Brocken klopfen schon an die Tür. Denn am nächsten Montag muss man 3,6 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurückzahlen, weitere Zinszahlungen in den nächsten Tagen einmal ausgeklammert.

 

© Pixabay
© Pixabay

Doch nachdem am vergangenen Sonntag Premier Tsipras mit den Gläubigern eine Übereinkunft für ein drittes Rettungspaket gefunden hatte und auch das griechische Parlament den ersten Reform- und Sparmaßnahmen zugestimmt hat, geht nun augenscheinlich alles ganz einfach.

 

EFSM soll für Hellas einspringen

Denn bis es eine endgültige Vereinbarung zum nächsten Rettungspaket gibt, soll es nun eine Brückenfinanzierung geben, die aus dem bisherigen EU-Rettungsschirm EFSM gespeist wird. Dieser war 2010 geschaffen worden und hatte Irland und Portugal gerettet. Aktuell hat er noch Kapazitäten von rund 11,5 Mrd. Euro.

Aus dem EFSM soll Athen nun 7 Mrd. Euro erhalten, um seinen Verpflichtungen im Juli nachkommen zu können. Insgesamt käme Griechenland mit 7 Mrd. Euro wohl auch bis Mitte August hin, ehe die nächste große Rückzahlung über knapp 3,4 Mrd. Euro an die EZB anstünde. Bei der aktuell vereinbarten Brückenfinanzierung wären auch die schon in Verzug geratenen IWF-Zahlungen mit enthalten.

 

Nicht-Euro-Länder bleiben außen vor

Da zuvor Länder wie Polen und Großbritannien erklärt hatten, sich gegen eine Nutzung des EFSM für Griechenland-Hilfen zu stellen, wurde nun ein Kniff gefunden. Denn die Nicht-Euro-Länder werden nach bisherigen Informationen von der Teilnahme „freigestellt“.

Es bleibt also wie es bisher schon war: Regeln gelten nicht mehr, alles wird der Griechenland-Rettung untergeordnet, koste es, was es wolle. Das ist die neue europäische Idee.

%d Bloggern gefällt das: