Grifols S Aktie: Übernimmt Canadian Plasma Resources
Grifols kontrolliert nun 17 kanadische Zentren und plant deren Anpassung an Health-Canada-Vorgaben. Die Aktie verlor zuletzt 1,9 Prozent.

- Grifols übernimmt verbleibenden Unternehmensanteil
- 17 kanadische Zentren derzeit außer Betrieb
- Reaktivierung nach behördlicher Anpassung geplant
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 13 Prozent
Der spanische Pharmakonzern Grifols übernimmt die restlichen 49,9 Prozent an Canadian Plasma Resources und wird damit zum Alleinaktionär des Unternehmens. Gestern schloss der Konzern den Zukauf ab, mit dem er sich die operative Kontrolle über alle 17 kanadischen Einrichtungen sichert. Einen Kaufpreis für das restliche Aktienpaket nannten die Parteien nicht.
Bereits im November 2025 hatte sich das Unternehmen mit 50,1 Prozent für 27 Millionen kanadische Dollar – umgerechnet rund 19 Millionen Euro – die Mehrheit an dem Plasmasammler gesichert. Die Transaktion markiert einen strategischen Schritt zum Ausbau der Rohstoffbasis in Nordamerika, trifft jedoch auf ein anspruchsvolles regulatorisches Umfeld vor Ort.
Sanierung und Wiedereröffnung der Standorte
Die Einrichtungen des kanadischen Unternehmens stehen derzeit still. Nach der behördlichen Aussetzung der Plasmaentnahme in Kanada vor gut drei Wochen, seither -3,0 %, arbeitet das Management an der Wiederaufnahme des Betriebs. Die temporäre Schließung war von Health Canada aufgrund von Defiziten an Standorten in Ontario, Calgary, Regina und Winnipeg veranlasst worden.
Zudem untersuchten die Aufsichtsbehörden zwei Todesfälle von Spendern aus dem Oktober 2025 und Januar 2026. Die Behörden schlossen einen Zusammenhang mit den Spenden oder der Übernahme jedoch aus. Grifols kündigte an, die 17 Zentren nun zügig an die Vorgaben von Health Canada anzupassen, um die Genehmigungen zur Reaktivierung zu erhalten.
Das Engagement in Übersee ist Teil eines längerfristigen Investitionsplans. In den vergangenen zwei Jahren flossen bereits mehr als 70 Millionen Euro in die kanadische Infrastruktur. Für das Jahr 2027 plant das Management weitere Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro ein, um die dortigen Kapazitäten zu stärken.
Energievertrag und Gegenwind an der Börse
Neben der Expansion in Nordamerika stellte der Konzern gestern Weichen für die heimische Energieversorgung. Grifols unterzeichnete einen zehnjährigen Stromabnahmevertrag mit ENGIE über ein Volumen von 40 Gigawattstunden pro Jahr ab 2027. Die Vereinbarung soll rund 66 Prozent des Strombedarfs in Spanien decken und jährlich etwa 8.000 Tonnen CO2 einsparen.
An den Finanzmärkten sorgte der Zukauf zunächst nicht für Entspannung. Die Aktie von Grifols beendete den Handel am Freitag bei 9,55 Euro, was einem Tagesverlust von 1,9 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang summieren sich die Kursverluste des Titels damit auf 13 Prozent. Für die Anleger steht nun im Fokus, wie rasch die kanadischen Zentren den Betrieb regelkonform wieder aufnehmen können.
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