Großauftrag für Boeing aus dem Iran

Der Iran hat mit dem Flugzeugbauer Boeing einen Vertrag über die Lieferung von 80 Verkehrsflugzeugen abgeschlossen. Die iranische Iran Air unterzeichnete am Sonntag mit dem größten Flugzeugexporteurs Amerikas einen Vertrag über 50 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 und 30 Boeing-737-Maschinen. Diese sollen in einem Zeitraum von zehn Jahren an Iran Air ausgeliefert werden, sagte der Chef der staatlichen Fluglinie, Farhad Parwaresch, der den Kaufvertrag am Sonntag in Teheran mit Vertretern von Boeing unterzeichnete.

© IranAir
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Der Listenpreis der Maschinen beträgt rund 16,6 Milliarden Dollar (umgerechnete 15,7 Mrd. Euro). Beide Seiten hatten sich bereits im Juni auf einen vorläufigen Vertrag geeinigt, bei dem zunächst von circa 100 Maschinen die Rede gewesen war.

Es ist der größte Abschluss zwischen beiden Ländern seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979, als eine Gruppe um den geistlichen Führer Ajatollah Chomeini den Schah Mohammad Reza Pahlavi stürzte, was zur Beendigung der Monarchie im Iran führte. Damals verhängten die USA ein Embargo gegen das Land. 2006 beschloss auch der UN-Sicherheitsrat wegen des iranischen Atomprogramms Sanktionen. Nach dem Ende des Atomstreits dieses Jahr und der damit verbundenen Aufhebung der westlichen Wirtschaftssanktionen drückt der Iran bei der Modernisierung seiner veralteten Flugzeugflotte nun auf’s Tempo.

Geschäfte mit dem Iran bleiben umstritten

Allerdings gibt es für den US-Handel mit dem Iran weiterhin noch zahlreiche Einschränkungen, sodass Unternehmen für Geschäfte mit Teheran, wie im aktuellen Fall, die Genehmigung Washingtons benötigen. Der Boeing-Deal ist politisch in den Vereinigten Staaten hoch umstritten. Vor allem Kritiker des Nuklear-Abkommens aus beiden Parteien wendeten sich gegen das Geschäft.

Der europäische Hersteller Airbus mit Sitz in Toulouse liefert ebenfalls Flugzeuge an den Iran. Dabei soll es um 106 Maschinen gehen. Airbus hatte den Großauftrag im Januar an Land gezogen. Er umfasste ursprünglich insgesamt 118 Flugzeuge zum Listenpreis von rund 27 Mrd. Dollar. Auch hier musste von der amerikanischen Exportkontrollbehörde OFAC eine Genehmigung eingeholt werden, da mindestens 10 % der Technik aus Amerika stammten. Grünes Licht hierzu hatte Airbus allerdings im September erhalten.

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